Frauen verdienen in der Schweiz immer noch weniger

Keystone-SDA
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Neuchâtel,

Frauen verdienen in der Schweiz weiter weniger als Männer – Der Lohnunterschied schrumpft, bleibt aber deutlich.

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Frauen verdienen in der Schweiz nach wie vor deutlich weniger als Männer. (Symbolbild) - pexels

Das Wichtigste in Kürze

  • Frauen verdienen in der Schweiz im Durchschnitt 15,7 Prozent weniger als Männer.
  • Auch bei gleichen Voraussetzungen verdienen Frauen 6,5 Prozent weniger als Männer.
  • Besonders gross ist der Lohnunterschied im Finanzsektor, bei älteren Beschäftigten und in höheren Kaderpositionen.

Frauen verdienen in der Schweiz weiterhin deutlich weniger als Männer. Der durchschnittliche Lohnunterschied ist 2024 jedoch erneut gesunken.

Das zeigen am Montag veröffentlichte Auswertungen der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik (BFS). Verglichen werden standardisierte Bruttomonatslöhne, die auf ein Vollzeitpensum von 100 Prozent umgerechnet werden.

2024 verdienten Frauen demnach im Durchschnitt 15,7 Prozent weniger als Männer. Zwei Jahre zuvor waren es noch 16,2 Prozent gewesen. Damit setzt sich ein längerfristiger Trend fort: 2020 betrug die Differenz 18 Prozent, 2018 sogar 19 Prozent.

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Frauen verdienen in der Schweiz nach wie vor deutlich weniger als Männer. (Symbolbild) - pexels

Die Differenz lässt sich laut BFS teilweise mit strukturellen Unterschieden zwischen Frauen und Männern erklären. Frauen und Männer arbeiten beispielsweise in unterschiedlichen Branchen und Berufen.

Mehrere Faktoren

Ausserdem verfügen sie über unterschiedliche Bildungsabschlüsse und sind nicht gleich häufig in Führungspositionen vertreten. Auch die Anzahl der Dienstjahre spielt eine Rolle.

Doch selbst bei gleichen persönlichen und beruflichen Voraussetzungen bleibt ein Lohnunterschied bestehen. Frauen verdienen also auch bei vergleichbarem Profil weniger.

Der sogenannte unerklärte Lohnunterschied belief sich 2024 in der Gesamtwirtschaft auf 6,5 Prozent. Das entspricht durchschnittlich 640 Franken brutto pro Monat. 2022 waren es 7,0 Prozent beziehungsweise 657 Franken gewesen.

Besonders grosse Unterschiede im Finanzsektor

Die Spannweite zwischen den Branchen ist gross. Im öffentlichen Sektor lag er 2024 bei 12,8 Prozent. Im privaten Sektor betrug der durchschnittliche Lohnunterschied 2024 17,2 Prozent.

Im Gastgewerbe lag die Differenz dabei bei 7,9 Prozent. Im Detailhandel bei 16,9 Prozent und in der Maschinenindustrie bei 17,2 Prozent. Im Kredit- und Versicherungsgewerbe waren es dagegen 30,6 Prozent.

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Besonders ausgeprägt ist die Lohndifferenz in höheren Hierarchiestufen. (Symbolbild) - pexels

Auch beim unerklärten Teil zeigen sich grosse Unterschiede. Im Gastgewerbe lag er bei 3,0 Prozent beziehungsweise durchschnittlich 191 Franken pro Monat. Im Detailhandel bei 6,2 Prozent beziehungsweise 606 Franken. In der Maschinenindustrie waren es 7,0 Prozent beziehungsweise 829 Franken, im Kredit- und Versicherungsgewerbe 8,9 Prozent beziehungsweise 1506 Franken.

Auffällig sind auch die Unterschiede nach Unternehmensgrösse. In kleinen Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten lag der unerklärte Lohnunterschied 2024 bei 8,6 Prozent.

In Grossunternehmen mit mindestens 1000 Beschäftigten waren es 5,8 Prozent.

Bist du überrascht, dass Frauen immer noch weniger verdienen als Männer?

Besonders ausgeprägt ist die Lohnlücke in höheren Hierarchiestufen. Im oberen Kader lag der unerklärte Unterschied 2024 bei 12,4 Prozent, gegenüber 10,6 Prozent zwei Jahre zuvor. Bei Beschäftigten ohne Führungsfunktion sank er dagegen von 6,6 auf 6,1 Prozent.

Mit dem Alter wächst die Lücke

Auch das Alter spielt eine Rolle. Bei unter 30-Jährigen betrug der unerklärte Lohnunterschied 2024 lediglich 2,2 Prozent. Bei den über 50-Jährigen lag er bei 8,3 Prozent.

Am kleinsten war die Differenz bei Personen mit einem Abschluss einer Fachhochschule oder pädagogischen Hochschule. Dort betrug sie 3,8 Prozent. Bei Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung waren es 6,6 Prozent.

Besonders deutlich ist zudem der Unterschied zwischen ledigen und verheirateten Beschäftigten: Bei Ledigen lag der unerklärte Lohnunterschied bei 2,7 Prozent, bei Verheirateten bei 8,1 Prozent.

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Kommentare

User #3816 (nicht angemeldet)

Warum arbeiten frauen 15% wenger?

User #4139 (nicht angemeldet)

Tja, der Unterschied zwischen Männer und Frauen wird halt auch immer kleiner.

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