Viele Firmen haben 2025 Investitionen zurückgehalten

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Zürich,

Die US-Zollpolitik und die Angst vor einem Handelskrieg haben im letzten Jahr bei vielen Schweizer Unternehmen zu Zurückhaltung bei Investitionen geführt. Die meisten Firmenchefs sind trotzdem optimistisch für das neue Jahr.

Die Unsicherheit um die US-Zollpolitik hat viele Firmenchefs bei ihren Investitionsentscheiden zögern lassen. (Archivbild)
Die Unsicherheit um die US-Zollpolitik hat viele Firmenchefs bei ihren Investitionsentscheiden zögern lassen. (Archivbild) - KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Gemäss der neuesten Ausgabe der CEO-Befragung des Beratungsunternehmens EY haben rund acht von zehn Schweizer CEOs (82%) aufgrund der veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen ihre strategischen Investitionspläne verändert. Befragt wurden 50 Schweizer Firmenchefs, weltweit waren es 1200.

Besonders häufig hätten die Schweizer CEOs angegeben, dass geplante Investitionen verzögert oder operative Assets in andere Märkte verlagert worden seien (28%), heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag. Zudem habe jedes zehnte befragte Schweizer Unternehmen geplante Investitionen gestoppt.

Investitionen im Inland haben laut der Umfrage für 42 Prozent der befragten Schweizer CEOs weiterhin Priorität, während neue Kapitalallokationen vor allem nach Deutschland (26%) und Frankreich (18%) fliessen. Insgesamt entfallen demnach über 92 Prozent der geplanten Investitionen auf Europa.

Der im November erzielte Zolldeal der Schweiz mit den USA mit einem Zollsatz von 15 Prozent hat dazu geführt, dass sich die Schweizer Firmenchefs für das neue Jahr 2026 dennoch zuversichtlich zeigen. 78 Prozent der Befragten beurteilten in der Umfrage die globale wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten optimistisch. Im Vergleich zur letzten Umfrage im September 2025 sei das ein Plus von 10 Prozent. Weltweit war der Optimismus in der Umfrage laut EY etwas tiefer als in der Schweiz.

Die positive Grundhaltung spiegelt sich auch in den Erwartungen an die Unternehmensleistung wider: Fast alle befragten Schweizer CEOs (94%) rechnen hierzulande für 2026 mit einem steigenden Umsatz und steigender Produktivität, 86 Prozent erwarten zudem eine verbesserte Profitabilität. Auch die finanziellen Marktbedingungen und die Kapitalbeschaffung werden von der grossen Mehrheit positiv beurteilt. Die Hälfte der Schweizer Unternehmensführer (50%) geht zudem davon aus, dass die Betriebskosten im Jahr 2026 sinken werden.

Mit Blick auf die Investitionen im Jahr 2026 sehen knapp vier von zehn Schweizer CEOs vor allem die Digitalisierung und künstliche Intelligenz als wichtigste Wachstumsmassnahmen. Auf Platz zwei steht hierzulande mit 24 Prozent die Verbesserung des geopolitischen Risikomanagements, gefolgt von Lokalisierungs- und Regionalisierungsmassnahmen (12%).

Trotz der geopolitischen Unsicherheiten bleibt derweil das Interesse an Fusionen, Übernahmen und strategischen Partnerschaften bestehen: 62 Prozent der Schweizer Unternehmen planen mindestens eine M&A-Transaktion in den kommenden zwölf Monaten. Das ist ein Plus von 22 Prozent im Vergleich zur September-Umfrage.

Gleichzeitig zeigen Schweizer Führungskräfte weiterhin eine starke Präferenz für den Aufbau strategischer Partnerschaften, da diese den Vorteil böten, Kosten zu minimieren und Unternehmensressourcen zu schonen. Der Anteil der Schweizer CEOs, die innerhalb der nächsten zwölf Monate mindestens eine Allianz bzw. ein Joint Venture anstreben, liegt in der Umfrage bei 80 Prozent.

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