Trockenheit bedroht die Schweizer Alpwirtschaft

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Bern,

Die anhaltende Trockenheit hat die Schweizer Alpwirtschaft in eine kritische Lage gebracht. Wegen des Futter- und Trinkwassermangels mussten bereits einige Betriebe ihre Tiere früher von den Alpen holen.

Fehlendes Tränkewasser und Weidefutter machen den Alpbetrieben zu schaffen. (Symbolbild)
Fehlendes Tränkewasser und Weidefutter machen den Alpbetrieben zu schaffen. (Symbolbild) - Keystone/LAURENT GILLIERON

Besonders stark betroffen sind der Jurabogen, die Westschweiz und Teile der Ostschweiz, wie Selina Droz, Geschäftsführerin des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbandes (SAV), auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Die Lage sei aber flächendeckend kritisch.

Über gesicherte Zahlen zu den Betrieben, die den Alpabzug vorziehen mussten, verfügt der Verband nicht. Die grosse Mehrheit der betroffenen Alpen hat laut Droz aber nur einen Teil ihrer Tiere verfrüht ins Tal gebracht, um auch dort Trinkwasser und Weideland zu sparen.

Auch Talbetriebe leiden

Die diesjährige «sehr aussergewöhnliche Situation» belaste nämlich auch die Talbetriebe, deren eigene Futterreserven durch den trockenen Sommer knapp seien. Jeder Tag, den die Tiere länger auf der Alp bleiben könnten, bedeute eine Entlastung, so Droz. Die Futterknappheit habe bereits zu vorzeitigen Schlachtungen von Vieh geführt.

Die verkürzte Sömmerungszeit hat auch Folgen für die Produktion. Der SAV rechnet für das laufende Jahr mit einer unterdurchschnittlichen Alpkäseproduktion. Bei Alp-Gruyère etwa rechnet der zuständige Branchenverband mit einem Produktionsrückgang um rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Betriebe müssen umrüsten

Angesichts des Klimawandels sind trockene Sommer künftig häufiger zu erwarten. Vorzeitige Abalpungen sollen aber eine Notlösung bleiben. Auch Wassertransporte via Strasse oder Helikopter machen laut Droz nur Sinn, wenn zum Beispiel der Heimbetrieb über noch weniger Futter verfügt.

Es gelte deshalb für alle Alpbetriebe, die eigene Wasserinfrastruktur zu überdenken und wenn nötig anzupassen. Um Projekte wie neue Speicher oder Quellfassungen umsetzen zu können, sind dem SAV zufolge mehr Gelder von Bund und Kantonen nötig. Zudem brauche es verlässliche Bewilligungsverfahren, Forschung und Beratung sowie pragmatische Notfallkonzepte für aussergewöhnliche Trockenheitsjahre – wie 2026.

Die Schweiz zählt laut dem SAV rund 6600 Alpbetriebe. Sie bewirtschaften im Sommer etwa einen Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche und stellen jährlich 5500 Tonnen Alpkäse her.

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Kommentare

User #6347 (nicht angemeldet)

Ich esse extra viel Fleisch. Dies treibt die Klimaerwärmung massiv voran und verschwendet sehr viel Wasser. Das ist meine Art Klimaschutz. 🤡 Gruss SVPler

User #2424 (nicht angemeldet)

Na und !?

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