Ueli Maurer

    Tourismusexperte widerspricht Ueli Maurer

    Redaktion
    Redaktion

    Bern,

    Das Parlament will die Tourismusbranche mit 40 Millionen Franken stützen. Das reiche nicht aus, glaubt der Experte.

    oecd mindeststeuer
    Finanzminister Ueli Maurer. Die OECD Mindeststeuer sollte bereits ab dem 1. Januar 2023 gelten. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Anders als der Bundesrat will das Parlament den Tourismus zusätzlich stützen.
    • Der Tourismusexperte plädiert dafür, nur überlebensfähige Firmen zu unterstützen.

    Für seinen Appell ans Parlament, in der Schweiz Ferien zu machen, gab es für Ueli Maurer gestern Applaus. «Damit senden Sie ein Signal an die Bevölkerung», sagte der Finanzminister. Man solle die Naturschutzgebiete besuchen, Schweizer Wein, Bier und Wasser trinken.

    Bei Schweiz Tourismus kommt das natürlich gut an. «Wir freuen uns gemeinsam mit der Tourismusbranche über so viel Begeisterung über Ferien im eigenen Land», sagt Sprecher André Aschwanden. Einheimische Gäste seien seit jeher das Rückgrat der Branche.

    Maurer weibelte für den Ferienort Schweiz während der Debatte zu Untersützungsgelder für die Branche. Im Gegensatz zum Parlament hält der SVP-Bundesrat die zusätzlichen Ausgaben für unnötig. Doch er setzte sich nicht durch: Am Mittwochabend wurden 40 Millionen Franken bewilligt.

    Mittel reichen nicht aus

    Tourismusexperte Jürg Stettler von der Hochschule Luzern hält die Mittel für gerechtfertigt. Denn: «Der Tourismus hat eine hohe Relevanz für die Schweiz.» Nicht nur für die Wirtschaft, auch für die Gesellschaft. Die Mittel würden aber kaum ausreichen.

    Ständerat Coronavirus
    Bereits im Frühjahr reisten weniger ausländische Gäste in die Schweiz. - Keystone

    Darum stelle sich jetzt die Frage, wie das Geld eingesetzt werden soll. «Noch sind wir im Modus, über Kurzarbeit und Notkredite Konkurse verhindern zu wollen.» Doch das werde nicht funktionieren und sei nicht sinnvoll. «Denn es führt zu einer Strukturerhaltung statt zu einer wohl unumgänglichen Strukturanpassung.»

    Hotelübernachtungen um fast zwei Drittel zurückgegangen

    Mit dem Geld müsse man gezielt die lebensfähigen Unternehmen retten. «Es ist an der Zeit, bei der finanziellen Unterstützung eine Risikoabwägung zu machen, so wie das Banken bei Kreditentscheiden machen.»

    Jürg Stettler
    Jürg Stettler ist Professor an der Hochschule Luzern. - zvg

    Die Branche ist von der Corona-Krise hart getroffen. Vergangenen Monat sind die Hotelübernachtungen im Vorjahresvergleich um 62 Prozent zurückgegangen.

    Wie schnell es wieder aufwärts geht, kann Stettler nicht sagen. Es gäbe zu viele Unbekannte. «Wenn alles gut läuft, kann sich der Tourismus schon im Verlauf des nächsten Jahres erholen. Allerdings kann es auch deutlich länger gehen.»

    Kommentare

    Weiterlesen

    coronavirus
    491 Interaktionen
    Sessions-Ticker

    MEHR UELI MAURER

    vitznau
    458 Interaktionen
    Ueli Maurer mittendrin
    Ueli Maurer
    60 Interaktionen
    «Nicht extra»
    Cornelia Boesch Ueli Maurer
    114 Interaktionen
    Wasser
    Ueli Maurer China
    618 Interaktionen
    Kommentar

    MEHR AUS STADT BERN

    Tierpark Bern Artenschutz
    1 Interaktionen
    Tierpark Bern
    Das Comedy-Duo Patti Basler und Philippe Kuhn.
    50 Interaktionen
    Comedy-Duo in Bern
    Mad Pride Bern
    2 Interaktionen
    «Mad Pride» in Bern
    Flavia Wasserfallen
    15 Interaktionen
    Frauen-Fussball