Thyssenkrupp-Chefin Martina Merz will nach den Krisen der vergangenen Jahre und dem massiven Konzernumbau mit neuen Mittelfristzielen Investoren locken.
Martina Merz, Vorstandsvorsitzende von Thyssenkrupp, kommt zur Bilanzpressekonferenz des Konzerns. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Martina Merz, Vorstandsvorsitzende von Thyssenkrupp, kommt zur Bilanzpressekonferenz des Konzerns. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa - dpa-infocom GmbH

Die bereinigte Ebit-Marge solle mittelfristig auf vier bis sechs Prozent gesteigert werden. Dies kündigte der deutsche Konzern am Donnerstag anlässlich seines Capital Markets Day an.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2020/21 hatte die Gruppe eine Marge von 2,3 Prozent erzielt. «Wir arbeiten nun auch an der nächsten Phase unserer Transformation, in der wir uns zunehmend wieder den Wachstumschancen in den Geschäften widmen werden», betonte Merz.

Für den Free Cashflow vor M&A strebe Thyssenkrupp einen signifikant positiven Wert durch weitere Fortschritte bei der Performance an. Zudem habe das Management die Rückkehr zu verlässlichen Dividendenzahlungen klar als Ziel definiert.

Merz hat den Traditionskonzern in den vergangenen zwei Jahren auf Rendite getrimmt, Kosten gesenkt, tausende Stellen gestrichen und Geschäftsbereiche verkauft - allen voran die Aufzugssparte, die für rund 17 Milliarden Euro versilbert wurde. «Wir bringen Thyssenkrupp zurück in die Erfolgsspur - mit wettbewerbsfähigen Geschäften, die Geld verdienen und profitabel wachsen», sagte Merz. «Trotz der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie und die aktuelle Lieferketten-Thematik kommen wir gut voran.»

Materials Services, Industrial Components und Automotive Technology wolle Thyssenkrupp innerhalb der Gruppe weiterführen. Für Materials Services strebt Thyssenkrupp mittelfristig eine Marge von zwei bis drei Prozent an, für Industrial Components mindestens zehn Prozent, für Automotive Technology sieben bis acht Prozent und für Steel Europe und Marine Systems sechs bis sieben Prozent.

Offen ist das Schicksal der Stahlsparte, die verselbstständigt werden soll. Die Marine-Tochter könnte eigenständig bleiben, mit Partnern zusammengehen oder in Deutschland und Europa fusionieren. Die Wasserstoff-Tochter Uhde Chlorine Engineers (UCE) wird wohl teilweise an die Börse gebracht. Weitere Informationen zu diesem Geschäft will Thyssenkrupp in einem separaten Kapitalmarkttag am 13. Januar 2022 veröffentlichen.

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