Die Schweizer Volkswirtschaft nahm im ersten Quartal 2020 17 Milliarden mehr ein, als sie ausgab. Der Leistungsüberschuss war fast 3 Milliarden tiefer als 2019.
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Im ersten Quartal nahm die Schweizer Volkswirtschaft 17 Milliarden mehr ein, als sie ausgab. (Symbolbild) - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schweizer Volkswirtschaft blickt auf das erste Quartal des Jahres zurück.
  • Es wurden über 17 Milliarden Franken mehr eingenommen als ausgegeben.
  • Der Leistungsüberschuss war fast drei Milliarden Franken tiefer als im Quartal 2019.

Die Schweizer Volkswirtschaft hat im ersten Quartal dieses Jahres über 17 Milliarden Franken mehr eingenommen als ausgegeben. Der sogenannte Leistungsüberschuss war aber um fast drei Milliarden tiefer als im ersten Quartal 2019. Dies geht aus einer Mitteilung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vom Montag hervor.

Der kleinere Überschuss ist gemäss der Nationalbank darauf zurückzuführen, dass der Einnahmenüberschuss im Dienstleistungshandel kleiner war als im Vorjahresquartal. Namentlich Lizenzgebühren hätten den Ausschlag gegeben.

Zahlen sind noch provisorisch

Konkret erreichten die gesamten Einnahmen im Berichtszeitraum Januar bis März 2020 einen Wert von 149,5 Milliarden Franken. Die Ausgaben lagen bei 132,1 Milliarden, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Montag mitteilte. Dies ergibt einen Leistungsbilanz-Überschuss von 17,4 Milliarden, wobei die Zahlen provisorisch sind und noch relativ stark ändern können.

Dieser Überschuss wiederum errechnet sich aus einem positiven Saldo aus Waren und Dienstleistungen von 20,5 Milliarden. Hinzu kommt ein mehr oder weniger ausgeglichenen Saldo (+13 Mio) bei den Primäreinkommen (Arbeits- und Kapitaleinkommen). Bei den Sekundäreinkommen (laufende Übertragungen) wird ein Minus von -3,1 Milliarden eingerechnet.

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Die Schweizerische Nationalbank SNB in Bern. Thomas Jordan erklärt die Anhebung des Leitzsinses. - Keystone

In der Leistungsbilanz werden alle Einnahmen und Ausgaben einer Volkswirtschaft erfasst. Dabei werden neben dem reinen Warenhandel auch der Handel mit Dienstleistungen (Tourismus etc.), Arbeits- und Kapitaleinkommen sowie laufende Übertragungen dazu gezählt. Das Minus bei den Sekundäreinkommen ist typisch und vor allem auf Geldübertragungen von ausländischen Personen in ihre Heimatländer zurückzuführen.

SNB informiert über Kapitalbilanz

Die SNB informierte zudem über die Kapitalbilanz – also über jene Geldströme, welche über die Grenze gehen. Dort resultierte ein Nettozugang von 34 Milliarden Franken bei den Aktiven. Die Devisenkäufe der Nationalbank sorgten für höhere Währungsreserven.

Auf der Passivseite fand ein Nettoaufbau in Höhe von 35 Milliarden Franken statt. Dies, da Geschäftsbanken ihre Verpflichtungen gegenüber Kunden im Ausland erhöhten.

Das Nettoauslandvermögen schrumpfte gegenüber dem Vorjahresquartal um 67 Milliarden auf 745 Milliarden Franken. Der Rückgang ist laut der SNB tieferen Börsenkursen im Ausland sowie dem schwächeren Euro geschuldet.

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