Rente – Schweizer setzen auf Kapital und Rentenzahlungen

Maja Bojic
Maja Bojic

Luzern,

Bei der Rente bevorzugt die Hälfte der Befragten eine Kombination aus Kapitalbezug und lebenslangen Rentenzahlungen.

Schweizer Franken Rente
Die Rente verliert bei den Auszahlungen zunehmend an Gewicht, während der Kapitalbezug erstmals die Mehrheit erreicht. (Archivbild) - keystone

Die finanzielle Absicherung im Alter bleibt für viele Menschen in der Schweiz ein zentrales Anliegen. AHV und Pensionskassen sollen dazu beitragen, den gewohnten Lebensstandard nach der Pensionierung zu sichern.

Der Bundesrat verfolgt das Ziel, dass die erste und zweite Säule zusammen rund 60 Prozent des bisherigen Einkommens abdecken. Für drei von vier aktiv Versicherten reicht diese Quote im Alter nicht aus.

Jede dritte befragte Person hält sogar mehr als 80 Prozent des bisherigen Einkommens für notwendig. Damit liegen die Erwartungen vieler Versicherter deutlich über der politischen Zielgrösse.

Rente bleibt gegenüber Kapital gefragt

Bei der Wahl der Bezugsform zeigt sich ein klares Bedürfnis nach Flexibilität. Die Hälfte der Befragten würde sich heute für eine Kombination aus Kapitalbezug und lebenslanger Rente entscheiden, berichtet die «Cash».

Im Vergleich zwischen ausschliesslichem Rentenbezug und reinem Kapitalbezug bevorzugt eine Mehrheit die Rentenzahlungen. Mehr als 80 Prozent der Befragten wünschen sich zudem mehrere Rentenmodelle von ihrer Vorsorgeeinrichtung.

Würdest du bei der Pensionierung eine Kombination aus Kapital und Rente wählen?

Yvonne Seiler Zimmermann von der Hochschule Luzern nennt der «Cash» zufolge mehrere Faktoren für die Wahl der Bezugsform. Dazu gehören die Höhe des angesparten Alterskapitals, die finanzielle Flexibilität und die persönliche Lebenserwartung.

Pensionskassen erzielen hohe Renditen

Parallel dazu hat sich die finanzielle Situation der Schweizer Pensionskassen zuletzt verbessert. Laut der «Ad-hoc-News» erzielten die untersuchten Vorsorgeeinrichtungen 2025 eine durchschnittliche Rendite von 6,3 Prozent.

Die Sparguthaben wurden im selben Jahr mit durchschnittlich 4,3 Prozent verzinst. Die «Ad-hoc-News» bezeichnet dies als höchsten Wert seit 25 Jahren.

Ende 2025 lag der durchschnittliche Deckungsgrad der untersuchten Kassen bei 114,4 Prozent. Bis August 2026 wurde eine Rendite von 5,0 Prozent erzielt, wodurch der geschätzte Deckungsgrad auf 118,5 Prozent stieg.

Kapitalbezug übertrifft erstmals Rentenzahlungen

Die Untersuchung umfasst 469 Pensionskassen mit einem Vermögen von 1009 Milliarden Franken. Damit decken die erfassten Einrichtungen rund 80 Prozent der gesamten Vorsorgevermögen in der Schweiz ab.

Trotz der Präferenz für Rentenzahlungen gewinnt der Kapitalbezug bei den tatsächlichen Auszahlungen an Gewicht. Kapitalauszahlungen machten 2025 erstmals 51 Prozent der Gesamtauszahlungen aus.

Rente
Als ein geeignetes Mittel sehen viele beim Bezug von Altersleistungen eine Kombination aus Kapital und Rente. (Archivbild) - keystone

Die reale Verzinsung nach Abzug der Inflation lag 2025 bei 4,6 Prozent. Damit wurde dem Bericht zufolge der höchste Wert seit der Jahrtausendwende erreicht.

Umwandlungssatz prägt Höhe der späteren Rente

Auch die Umwandlungssätze spielen bei der späteren Rentenhöhe eine wichtige Rolle. Sie bestimmen, wie das angesparte Altersguthaben in eine jährliche Rente umgerechnet wird.

Der «Ad-hoc-News» zufolge lag der durchschnittliche Umwandlungssatz 2026 bei 5,20 Prozent. Der technische Zinssatz wurde gleichzeitig mit 1,75 Prozent angegeben.

Für die Versicherten stehen damit unterschiedliche Möglichkeiten des Leistungsbezugs zur Verfügung. Die aktuelle Befragung zeigt insbesondere den Wunsch nach einer Verbindung von finanzieller Sicherheit und persönlicher Flexibilität.

Kommentare

User #4451 (nicht angemeldet)

🤔Mit knapp 70 ist man wenn man Glück hat, noch einigermassen aktiv. Ab 80.. braucht man nicht mehr so viel Kapital. Darum ein Teil des Geldes auszahlen lassen um es zu Gebrauchen (und Spass haben) und der Rest als Rente, für die Zeit nach 80. Man kommt mit nix auf dieser Welt und mitnehmen wenn es so weit ist, kann man auch nichts. Darum.. Nach der Pensionierung LEBEN! Scheiss auf die Schmarotzererben! Die sollen ARBEITEN gehen und nicht auf das Erbgeld hoffen! 🤘

User #1446 (nicht angemeldet)

Die, die ihr ganzes Kapital nehmen, muessen auch vorsichtig sein. Wenn sie nach einigen Jahren kein Geld mehr haben, weil sie alles verschleudert haben, ist es dann zu spaet zum jammern.

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