Rente – Schweizer setzen auf Kapital und Rentenzahlungen
Bei der Rente bevorzugt die Hälfte der Befragten eine Kombination aus Kapitalbezug und lebenslangen Rentenzahlungen.

Die finanzielle Absicherung im Alter bleibt für viele Menschen in der Schweiz ein zentrales Anliegen. AHV und Pensionskassen sollen dazu beitragen, den gewohnten Lebensstandard nach der Pensionierung zu sichern.
Der Bundesrat verfolgt das Ziel, dass die erste und zweite Säule zusammen rund 60 Prozent des bisherigen Einkommens abdecken. Für drei von vier aktiv Versicherten reicht diese Quote im Alter nicht aus.
Jede dritte befragte Person hält sogar mehr als 80 Prozent des bisherigen Einkommens für notwendig. Damit liegen die Erwartungen vieler Versicherter deutlich über der politischen Zielgrösse.
Rente bleibt gegenüber Kapital gefragt
Bei der Wahl der Bezugsform zeigt sich ein klares Bedürfnis nach Flexibilität. Die Hälfte der Befragten würde sich heute für eine Kombination aus Kapitalbezug und lebenslanger Rente entscheiden, berichtet die «Cash».
Im Vergleich zwischen ausschliesslichem Rentenbezug und reinem Kapitalbezug bevorzugt eine Mehrheit die Rentenzahlungen. Mehr als 80 Prozent der Befragten wünschen sich zudem mehrere Rentenmodelle von ihrer Vorsorgeeinrichtung.
Yvonne Seiler Zimmermann von der Hochschule Luzern nennt der «Cash» zufolge mehrere Faktoren für die Wahl der Bezugsform. Dazu gehören die Höhe des angesparten Alterskapitals, die finanzielle Flexibilität und die persönliche Lebenserwartung.
Pensionskassen erzielen hohe Renditen
Parallel dazu hat sich die finanzielle Situation der Schweizer Pensionskassen zuletzt verbessert. Laut der «Ad-hoc-News» erzielten die untersuchten Vorsorgeeinrichtungen 2025 eine durchschnittliche Rendite von 6,3 Prozent.
Die Sparguthaben wurden im selben Jahr mit durchschnittlich 4,3 Prozent verzinst. Die «Ad-hoc-News» bezeichnet dies als höchsten Wert seit 25 Jahren.
Ende 2025 lag der durchschnittliche Deckungsgrad der untersuchten Kassen bei 114,4 Prozent. Bis August 2026 wurde eine Rendite von 5,0 Prozent erzielt, wodurch der geschätzte Deckungsgrad auf 118,5 Prozent stieg.
Kapitalbezug übertrifft erstmals Rentenzahlungen
Die Untersuchung umfasst 469 Pensionskassen mit einem Vermögen von 1009 Milliarden Franken. Damit decken die erfassten Einrichtungen rund 80 Prozent der gesamten Vorsorgevermögen in der Schweiz ab.
Trotz der Präferenz für Rentenzahlungen gewinnt der Kapitalbezug bei den tatsächlichen Auszahlungen an Gewicht. Kapitalauszahlungen machten 2025 erstmals 51 Prozent der Gesamtauszahlungen aus.

Die reale Verzinsung nach Abzug der Inflation lag 2025 bei 4,6 Prozent. Damit wurde dem Bericht zufolge der höchste Wert seit der Jahrtausendwende erreicht.
Umwandlungssatz prägt Höhe der späteren Rente
Auch die Umwandlungssätze spielen bei der späteren Rentenhöhe eine wichtige Rolle. Sie bestimmen, wie das angesparte Altersguthaben in eine jährliche Rente umgerechnet wird.
Der «Ad-hoc-News» zufolge lag der durchschnittliche Umwandlungssatz 2026 bei 5,20 Prozent. Der technische Zinssatz wurde gleichzeitig mit 1,75 Prozent angegeben.
Für die Versicherten stehen damit unterschiedliche Möglichkeiten des Leistungsbezugs zur Verfügung. Die aktuelle Befragung zeigt insbesondere den Wunsch nach einer Verbindung von finanzieller Sicherheit und persönlicher Flexibilität.








