Von der Corona-Krise könnte der PC-Hersteller Lenovo längerfristig profitieren. Insbesondere der Verkauf von Notebooks boomt in der Homeoffice-Zeit.
Snapdragon Notebook Lenovo
Eine Filiale von Lenovo. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Lenovo könnte zu einem Profiteur der Corona-Krise werden.
  • Die Digitalisierung boomt während der aktuellen Pandemie.
  • Insbesondere die Notebook-Verkäufe steigen stark an.

Der PC-Marktführer Lenovo stellt sich auf längeren Rückenwind durch die Corona-Krise ein.

Das liege unter anderem daran, dass Unternehmen verstärkt von Desktop-Computern auf Notebooks umstiegen. Dies, um ihren Beschäftigten auch dauerhaft das Arbeiten von Zuhause aus zu ermöglichen. Das sagte Lenovo-Manager Mirko Krebs der Deutschen Presse-Agentur. Ausserdem dürfte es mehr Geschäft durch die Digitalisierung von Schulen und den Ausbau von Rechenzentren geben.

Lenovo mit deutlich mehr Notebook-Verkäufen

In der Branche war zuvor erwartet worden, dass die PC-Nachfrage nach einem Schub schnell wieder abflauen wird. Dieser wurde durch den massenhaften Umstieg auf das neuere Betriebssystem Windows 10 zum Jahreswechsel verursacht.

Doch mit dem Wechsel ins Homeoffice in der Corona-Krise entstand eine Sonderkonjunktur. Währenddessen gab es zum Teil Engpässe in der Produktion wegen der Mobilitätsbeschränkungen in China.

Lenovo
Das Logo von Lenovo. - Keystone

Bei Lenovo stiegen die Notebook-Verkäufe in Deutschland im ersten Quartal im Jahresvergleich um ein Drittel im Verbraucher-Segment. Im Firmengeschäft nahmen die Zahlen gar um gut 40 Prozent zu. «Viele Unternehmen haben realisiert, dass sie ihre Mitarbeiter gar nicht nach Hause schicken können», sagte Krebs.

Zum Jahreswechsel war der PC-Markt noch vom Windows-Umstieg angetrieben worden. Microsoft hatte die Unterstützung des betagten Windows 7 auslaufen lassen und auch die letzten Kunden stiegen notgedrungen um.

Desktop-Verkäufe dürften weiter abnehmen

Im Januar und Februar verzeichnete Lenovo im Jahresvergleich noch ein Plus von 68 Prozent auch beim Desktop-Absatz. Das schlug dann im März in ein Minus von 70 Prozent um. Branchenexperten rechnen damit, dass mit der neuen Mobilität beim Arbeiten die seit Jahren schwächelnden Desktop-Verkäufe weiter sinken werden.

Der Lenovo-Konzern schloss das vergangene Quartal insgesamt mit einem Umsatzrückgang von zehn Prozent auf 10,6 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn ging um fast zwei Drittel auf 43 Millionen Dollar zurück.

Mehr zum Thema:

Verkauf Digitalisierung Krebs Windows Microsoft Dollar