Paramount auf dem Weg zum Warner-Kauf nach Deal mit Bundesstaaten
Der US-Unterhaltungskonzern Paramount hat eine zentrale Hürde für die Übernahme des Hollywood-Rivalen Warner Brothers ausgeräumt. Paramount einigte sich mit mehreren US-Bundesstaaten, die den mehr als 110 Milliarden Dollar schweren Deal mit einer Klage blockieren wollten.

Die Einigung sehe unter anderem vor, dass der fusionierte Konzern mehr Geld in den USA und speziell in Hollywood investieren werde, sagte der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta. Für den Nachrichtensender CNN und Paramounts Sender CBS News wurde demnach ein neues redaktionelles Aufsichtsgremium vereinbart, das deren Unabhängigkeit sichern soll.
Die Zusage von Paramount, dass die Studios zumindest in den ersten zwei Jahren nach der Fusion zusammen 30 Filme pro Jahr in Kinos bringen werden, wurde laut Bonta bekräftigt. In den darauffolgenden drei Jahren sollen es jeweils 32 Filme sein.
Dem Finanzdienst Bloomberg zufolge lässt auch die Gewerkschaft der Drehbuchautoren ihre Klage gegen die Warner-Übernahme nach einer Einigung mit Paramount fallen. Unter anderem habe das Studio zugesagt, 17,5 Millionen Dollar in einen Gesundheitsfonds für die Autoren einzuzahlen.
Die von Kalifornien angeführten Bundesstaaten argumentierten in ihrer Wettbewerbsklage, die Konzentration von Wirtschaftsmacht bei Paramount werde Hollywood und dem Geschäft von Filmtheatern schaden. Die zuständige Richterin setzte den Prozess zu der Klage erst für kommendes Frühjahr an. Paramount drohte US-Medienberichten zufolge, ab Oktober den Wegzug aus Kalifornien einzuleiten, wenn es keine Einigung gibt.
Für Paramount drängt die Zeit: Von Oktober an muss das Unternehmen den Warner-Aktionären zusätzlich zum Kaufpreis eine tägliche Gebühr von sieben Millionen Dollar zahlen, wenn die Übernahme bis dahin nicht abgeschlossen wurde. Paramount hatte das seinerzeit zugesagt, um zu demonstrieren, wie zuversichtlich man sei, den Deal zu erreichen.
Paramount wurde vor gut einem Jahr von der Familie des Tech-Milliardärs Larry Ellison übernommen. Sein Sohn David Ellison, ein schon lange in Hollywood aktiver Filmproduzent, wurde Konzernchef. Er will den Rivalen Warner Bros. Discovery schlucken, um mehr Gewicht in der Branche zu gewinnen, da Paramount ein relativ kleiner Player ist.
Zum Warner-Konzern gehört auch der Nachrichtensender CNN, dessen Schicksal in Debatten um die Übernahme besonders viel Aufmerksamkeit erhielt. CNN berichtet oft kritisch über US-Präsident Donald Trump. Dieser wettert oft gegen den Sender und verbannte ihn zuletzt aus dem Weissen Haus.
Larry Ellison ist als ein Trump-Unterstützer bekannt, und der Paramount-Sender CBS schlug nach der Übernahme des Konzerns durch seine Familie einen freundlicheren Ton gegenüber dem Präsidenten und dessen Regierung an. Kritiker des Warner-Deals warnten deswegen davor, dass CNN in der Hand der Ellisons die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte.
Das neue Gremium soll diese Sorge ausräumen. Es werde lediglich aus Journalisten bestehen und für Manager und Aktionäre verschlossen bleiben, berichtete Bloomberg.














