Ein neues, teil-automatisiertes Vermögensverwaltungsangebot mausert sich bei der UBS zum Renner. Seit dem Start vor gut einem Jahr hat die digitale Plattform «My Way» der Grossbank rund 3,7 Milliarden Dollar angezogen, wie eine mit der Situation vertrauten Person erklärte.
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Das Logo der UBS am Zürcher Paradeplatz. - Keystone

Innerhalb der kommenden zwölf Monate habe My Way das Potenzial, auf 30 Milliarden Dollar zu kommen. Ein Sprecher der Bank bestätigte die Zahlen. «My Way ist extrem wichtig für die Bank», erklärte UBS-Manager Roberto Rango.

Im Vergleich zu den 3,1 Billionen Dollar, die die Bank von vermögenden Kunden insgesamt verwaltet, ist das Volumen des neuen Produkts zwar überschaubar. Und doch hat My Way, das Kunden ab einem Anlagevolumen von 250'000 Franken zur Verfügung steht, eine weitergehende Bedeutung für die bisher vor allem auf Superreiche ausgerichtete Bank.

Bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen verkündete Konzernchef Ralph Hamers überraschend, dass die UBS verstärkt auch Kunden im Segment von bis zu fünf Millionen Dollar angehen wolle. «(Dies) ist ein Trend, von dem wir weiteres Wachstum und schnelles Wachstum erwarten», sagte er damals. Dort werde die Bank auch investieren.

Viele Milliardäre sind Kunden der UBS

Über die Hälfte der Milliardäre weltweit zählt bereits zu den Kunden des Instituts. Die UBS könne bei den Milliardären zwar weiter wachsen, aber ihr Marktanteil ausserhalb dieses Segments sei viel geringer, erklärte Vontobel-Analyst Andreas Venditti. «Das Wachstumspotenzial dort ist nach wie vor riesig.»

Das Potenzial ausschöpfen können Firmen wie die UBS oder die Rivalin Credit Suisse aber nur mit einem neuen Ansatz. «Die Schweizer Grossbanken müssen ihr Digitalangebot ausbauen, weil die jüngeren Kunden danach verlangen und ihre Kosten zu hoch sind», sagt Ingo Rauser von der Unternehmensberatung Capco. Gleichzeitig bleibe der persönliche Kontakt zum Bank-Berater wichtig. Viele dieser Kunden wollten keine Produkte von der Stange, sondern Massanfertigungen.

Einen solchen Hybrid-Ansatz verfolgt My Way. Zusammen mit ihrem Berater können die Kunden elektronisch aus einer vordefinierten Palette von Anlagen auswählen, die in ihrem jeweiligen Land zugelassen sind. Das resultierende Portfolio wird zudem automatisch auf Risiken abgeklopft.

Bisher hätten sich Kunden von der Fülle an Investitionsmöglichkeiten bisweilen überfordert gefühlt, erklärte UBS-Anlageexperte Bruno Marxer. «Aber die Möglichkeit, per Drag & Drop mit verschiedenen Elementen zu spielen, die zu ihren persönlichen Bedürfnissen und Vorlieben passen, ist für viele Menschen eine viel intuitivere und offen gesagt angenehmere Art, ein Anlageportfolio aufzubauen.»

Schweizer Kunden machen die Mehrheit aus

Der Löwenanteil der My Way-Vermögen stamme bisher von Schweizer Kunden, aber auch auf Asien entfalle fast eine Milliarde Dollar, erklärte Rango. Als nächstes werde das Produkt auch Kunden in Deutschland und Italien zur Verfügung gestellt.

Insgesamt hat die UBS mindestens fünf neue Digital-Produkte auf den Weg gebracht, die den Kunden und Beratern das Leben erleichtern sollen. Vorbild sind Konzernchef Hamers dabei branchenfremde Firmen wie die Streaming-Anbieter Netflix oder Spotify. «Diese Unternehmen schaffen es, auf eine einfache, intuitive Weise mit ihren Kunden zu interagieren», sagte er der «Neuen Zürcher Zeitung». «Netflix weiss, was mir gefällt. Das müssen wir mit unseren Angeboten auch können.»

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