Nestlé übernimmt yfood vollständig
Nestlé hat die vollständige Übernahme des Trinkmahlzeiten-Herstellers yfood abgeschlossen. Die Akquisition ist Teil der neuen Konzernstrategie.

Nestlé hat die restlichen Anteile am Münchner Trinkmahlzeiten-Hersteller yfood von den Gründern Benjamin Kremer und Noel Bollmann übernommen. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen und machten keine weiteren finanziellen Angaben zum Abschluss der Transaktion.
yfood bleibt als eigenständiges Unternehmen mit Sitz in München bestehen und beschäftigt weiterhin rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die operative Leitung übernimmt künftig die bisherige Nestlé-Managerin Jolanda Schwirtz, die bereits seit drei Jahren mit yfood zusammenarbeitet.
Die vollständige Übernahme ist die erste grössere Akquisition unter CEO Philipp Navratil seit seinem Amtsantritt im September 2025.
«kapitalmarktexperten.de» berichtet, dass Nestlé seinen Konzern zugleich konsequent auf vier zentrale Geschäftsbereiche ausrichtet.
Nestlé richtet Strategie neu aus
Parallel trennt sich der Lebensmittelkonzern schrittweise von Randgeschäften wie dem Eiscreme- und dem Wassergeschäft. Künftig konzentriert sich Nestlé auf Kaffee, Heimtierprodukte, Ernährung sowie Lebensmittel und Snacks als wichtigste Wachstumstreiber.
Die Übernahme und die strategische Neuausrichtung sorgten auch an der Börse für Aufmerksamkeit. Die Nestlé-Aktie gewann innerhalb einer Woche 5,65 Prozent und schloss zuletzt bei 89,80 Euro (ca. 83 Franken).
Vor allem im wichtigen US-Markt beobachten Analysten eine schwächere Nachfrage nach Lebensmitteln und Haushaltsprodukten. «boerse-express» verweist ausserdem auf personelle Veränderungen sowie weitere Investitionen in nachhaltige Lieferketten.
Analysten bleiben vorsichtig
Das Analysehaus Jefferies erhöhte das Kursziel für die Nestlé-Aktie von 80 auf 84 Franken. Trotz der Anhebung beliessen die Analysten ihre Einstufung weiterhin auf «Hold».

Nach Einschätzung von Jefferies bleiben vor allem Volumenwachstum und Produktmix entscheidend für die weitere Umsatzentwicklung des Konzerns. Am 23. Juli veröffentlicht Nestlé seinen Zwischenbericht, auf den Investoren besonders aufmerksam blicken werden.
Die Experten bewerten die Wachstumsaussichten inzwischen etwas positiver als noch vor wenigen Wochen. «boerse.de» zufolge bleibt Jefferies trotz des höheren Kursziels bei einer insgesamt zurückhaltenden Einschätzung der Nestlé-Aktie.















