Nestlé muss weiter auf Urteil zu Deponien in Frankreich warten
Das Urteil gegen das Unternehmen Nestlé Waters wegen illegaler Deponien nahe seinen Mineralwasseranlagen in den französischen Vogesen verzögert sich. Das Strafgericht in Nancy hat den ursprünglich für Mittwoch erwarteten Entscheid auf den 7. Oktober verschoben. Grund ist ein laufendes Berufungsverfahren gegen die Annullierung wichtiger Gutachten in dem Prozess vom März.

Mehrere von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebene Expertisen zu Mikroplastik-Belastungen waren zu Prozessbeginn für ungültig erklärt worden. Einige Analysen hatten laut der Nachrichtenagentur AFP sehr hohe Konzentrationen von Mikroplastik in Böden und Gewässern nahe früheren wilden Deponien rund um Vittel festgestellt. Dort waren in den 1960er- und 1970er-Jahren Hunderttausende Kubikmeter Plastikflaschen und anderer Abfälle abgelagert worden.
Die Staatsanwaltschaft fordert gegen Nestlé Waters die Höchststrafe von 750'000 Euro sowie die Sanierung der Standorte.
Nestlé bedauert die erneute Verzögerung und betont, es gebe keine den Deponien zurechenbare Verschmutzung der Quellen. Das Unternehmen forderte im Prozess einen Freispruch: Die Abfälle seien vom früheren Eigentümer Vittel abgelagert worden. Nestlé habe beim Kauf 1992 keine Kenntnis gehabt und erst 2014 davon erfahren. Der Konzern habe die Deponien weder betrieben noch bewirtschaftet.














