Nach drei Senkungen: US-Notenbank hält Leitzins stabil

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Die US-Notenbank lässt den Leitzins nach drei Senkungen erstmals wieder unverändert. Die Zinsspanne bleibt bei 3,5 bis 3,75 Prozent.

Die US-Notenbank lässt den Leitzins nach drei Senkungen erstmals wieder unverändert. (Archivbild)
Die US-Notenbank lässt den Leitzins nach drei Senkungen erstmals wieder unverändert. (Archivbild) - KEYSTONE/AP/SETH WENIG

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach drei Senkungen in Folge belässt die US-Notenbank den Leitzins erstmals unverändert.
  • Die Zinsspanne bleibt damit bei 3,5 bis 3,75 Prozent.
  • Diese Entscheidung vom Fed in Washington wurde so erwartet.

Die US-Notenbank Federal Reserve lässt den Leitzins nach drei Senkungen erstmals wieder unverändert. Bei ihrer ersten Entscheidung im laufenden Jahr votierte die Mehrheit des zwölfköpfigen Zentralbankrates dafür, den Leitzins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent beizubehalten.

Die Mehrheit der Volkswirte war von einem solchen Schritt ausgegangen. Für das laufende Jahr rechnen die Experten damit, dass die Fed den Leitzins in zwei Schritten senken dürfte – also bis auf 3,0 bis 3,25 Prozent. Die Abstimmung rückte indes aufgrund der jüngsten Eskalation zwischen der Regierung von US-Präsident Donald Trump und Fed-Chef Jerome Powell eher in den Hintergrund – denn Experten sehen darin einen Angriff auf die Unabhängigkeit der Fed.

Die Fed mit Sitz in Washington begründete ihre Zinsentscheidung damit, dass Inflation und die Lage am Arbeitsmarkt zuletzt in etwa gleich stark gewichtet worden seien und damit keine Senkung erforderlich sei.

Für eine Beibehaltung stimmten insgesamt zehn Mitglieder des Zentralbankrates. Lediglich der Fed-Gouverneur Christopher Waller und Trumps Berater Stephen Miran sprachen sich so wie bei früheren Abstimmungen für eine Senkung aus. Miran war von Trump für eine vakante Stelle im Fed-Vorstand nominiert worden in der Hoffnung, dass der Präsident dadurch schneller seine geforderten Zinssenkungen erreicht. Waller wird als möglicher Nachfolgekandidat für den Chefposten bei der Fed gehandelt.

Viel kritisierte Ermittlungen gegen Fed-Chef Powell

Zuletzt hatte sich der Konflikt zwischen Trump und der Notenbank weiter zugespitzt: In einer äusserst seltenen Stellungnahme wies Powell strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Fed zurück.

«Die Drohung mit einer Anklage ist eine Folge davon, dass die Federal Reserve die Zinssätze nach bestem Wissen und Gewissen im öffentlichen Interesse festlegt und nicht den Präferenzen des Präsidenten folgt», sagte Powell. Er werde sein Amt weiter «integer und im Dienste des amerikanischen Volkes ausführen».

Anklage angedroht

Powell zufolge stellte das US-Justizministerium der Fed Vorladungen zu und drohte mit einer Anklage. Powell soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen und kostspieligen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, so der Vorwurf. Die zuständige Staatsanwältin spielte den Fall herunter: Ausser Powell habe niemand das Wort «Anklage» in den Mund genommen.

Den Ermittlungen waren monatelang Angriffe Trumps gegen Powell vorangegangen. Der Präsident will um jeden Preis einen besonders niedrigen Leitzins durchgesetzt sehen und macht den Notenbankchef höchstpersönlich dafür verantwortlich, dass die Fed den Zins bislang nur zögerlich lockerte. In der Folge beleidigte Trump Powell regelmässig und verlangte seine Entlassung.

Der Fed-Chef sieht in den Ermittlungen indes nur einen Vorwand: «Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird», erklärte er weiter.

Notenbankchefs weltweit stellten sich hinter Powell. Mit ihren Zinsentscheidungen will die Fed einen Kompromiss zwischen stabilen Preisen und möglichst vielen Vollbeschäftigten finden. Ist der Leitzins zu hoch, bremst er die Wirtschaft aus etwa wegen zu hoher Kreditkosten. Ein niedrigerer Zins stimuliert zwar Wachstum und den Arbeitsmarkt, kann aber die Inflation anheizen.

Kommentare

User #4170 (nicht angemeldet)

Donny macht es schon richtig. Der US King. Ein schwacher $ bringt höhere Exporteinnahmen, ermöglicht höhere ausländische Investitionen in den USA und es gibt weniger Arbeitslose. Die CH Wirtschaftspolitik nach dem 2. Weltkrieg sah so ähnlich aus und ermöglichte ein starkes Wirtschaftswachstum und eine tiefere Arbeitslosenrate. Hehehe. LOL.

User #5617 (nicht angemeldet)

Da wird Donflation aber keine Freude an Powell haben.

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