Die Corona-Pandemie schwächt den europäischen Flugreisesektor stark. Dessen Erholung dürfte laut Moody's langsamer ausfallen als erwartet.
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Das Logo der US-Agentur für Rating Moody's Corporation am Gebäude des New Yorker Büros. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Bezüglich der Aussichten für den europäischen Flugreisesektor ist Moody's skeptisch.
  • Die Ratingagentur sieht eine langsame Erholung.
  • Grund sind der neuerliche Anstieg von Coronainfektionen und der langsame Impffortschritt.

Moody's blickt skeptisch auf die Aussichten für Europas Airlines. «Die Situation wird sich aufgrund des Anstiegs der Corona-Infektionen und des nur langsamen Impffortschritts bis Mitte August nicht verbessern.» Das erklärte die Ratingagentur am Mittwoch.

Denn die Erholung dürfte langsamer verlaufen und das Passagieraufkommen schwächer ausfallen als wie noch im November 2020 erwartet. Die Unternehmen verbrennen demnach weiter Bargeld und dies drücke auf die Bilanzen.

«Sofern es keine zeitnahe Erholung gibt, könnten die Fluggesellschaften wachsendem Druck zur Kapital-Aufnahme und zur Veräusserung von Vermögenswerten ausgesetzt sein. Damit könnten sie eine höhere Verschuldung vermeiden und ihre Bilanzen schützen.» Das sagte Moody's-Experte Stanislas Duquesnoy.

Sommerreisesaison laut Moody's mit Mühe

Die Agentur geht davon aus, dass die Sommerreisesaison nur langsam in Fahrt kommt – angeschoben von touristischen Kurzstreckenflügen. Diese könnte ab Mitte August zunehmen, wenn 60 bis 70 Prozent der europäischen Bevölkerung geimpft seien. Dafür müsse sich das Impftempo aber deutlich beschleunigen.

Die meisten europäischen Fluggesellschaften haben «Liquidität für 450 bis 650 Tage zur Verfügung, um länger ein gedämpftes Passagieraufkommens aufzufangen». Beispiele sind Easyjet, Wizz Air, die Deutsche Lufthansa und die British Airways-Mutter IAG.

Barclays-Analysten gehen davon aus, dass Europas Fluglinien im ersten Quartal beim Umsatz durchschnittlich rund 80 Prozent unter dem Vorjahr liegen. Die meisten Airlines dürften nur mit einem Programm von 20 bis 25 Prozent des Vorkrisenniveaus von 2019 geflogen sein. Die Luftfahrt-Experten der Bank rechnen auch für das Frühjahrs- und Sommerquartal mit einer geringen Kapazität. Die Kunden dürften wie bisher sehr kurzfristig buchen und die Preise stünden weiter unter Druck.

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