«Meilenstein der Energiewende»: Intelligente Stromzähler rücken näher

    AFP
    AFP

    Deutschland,

    Die Umstellung auf intelligente Stromzähler hat eine weitere Hürde genommen: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizierte ein weiteres sogenanntes Smart-Meter-Gateway, wie die Behörde und das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilten.

    Stromstecker und  Stecksdose
    Stromstecker und Stecksdose - dpa/AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Verbraucherschützer sehen Smart Meter kritisch.

    Diese Zertifizierung sei ein «Meilenstein der Energiewende», erklärte das BSI - Verbraucherschützer äusserten hingegen Bedenken.

    Smart Meter sollen künftig einen besseren Überblick über den Energieverbrauch ermöglichen und Verbrauchern so beispielsweise Einsparpotenziale im eigenen Haushalt aufzeigen. Auf der anderen Seite werden Anbieter durch die Weiterleitung der Daten an zentrale Erfassungsstellen in die Lage versetzt, das Netz an den Strombedarf anzupassen.

    Eine Schlüsselrolle bei der Digitalisierung der Energiewende spielen dabei die Smart-Meter-Gateways (SMGW), die ein zentrales Element bei der Datenübertragung sind. Um Sicherheitsanforderungen und Datenschutzbedenken Rechnung zu tragen, müssen diese Geräte vom BSI zertifiziert werden.

    Das nunmehr dritte dieser Zertifikate wurde am Donnerstag an das Unternehmen EMH Metering übergeben. BSI-Präsident Arne Schönbohm bezeichnete dies als wichtigen Schritt hin zu einer «erfolgreichen Digitalisierung der Energieversorgung in Deutschland». Zugleich betonte er, dass innovative Technik und Informationssicherheit «Hand in Hand gehen» könnten und die Privatsphäre der Verbraucher geschützt werden müsse.

    Dass nun drei voneinander unabhängige SMGW-Hersteller vom Bundesamt zertifiziert wurden, führt nach Angaben des Wirtschaftsministeriums nun dazu, dass voraussichtlich Anfang kommenden Jahres der Startschuss für den «Rollout» der Smart Meter fallen kann. Die intelligenten Geräte müssen dann im Laufe der kommenden Jahre für Verbraucher mit einem Jahresstromverbrauch von mehr als 6000 Kilowattstunden verpflichtend eingebaut werden. Zum Vergleich: Für Vier-Personen-Haushalte wird häufig ein jährlicher Stromverbrauch zwischen 3000 und 4000 Kilowattstunden als Durchschnittswert angenommen.

    Befürworter der Smart Meter argumentieren, dass diese eine Reihe von Vorteilen bringen. So soll es etwa möglich sein, Unregelmässigkeiten im Stromverbrauch festzustellen - etwa wenn der Gefrierschrank mehr Strom als üblich verbraucht und enteist werden sollte oder Geräte defekt sind.

    Verbraucherschützer haben hingegen die Befürchtung, dass die Daten aus den Strommessgeräten auf verschiedenen Seiten Begehrlichkeiten wecken könnten. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) erklärte am Donnerstag, es sei zudem zu befürchten, dass Verbraucher auf Zusatzkosten sitzen bleiben könnten.

    «Smart Meter sind in der Theorie eine gute Sache, weil sie die Energiewende voranbringen sollen», erklärte vzbv-Energieexperte Thomas Engelke. «Der Einbau der Smart Meter darf aber nicht zu Lasten der Verbraucherinnen und Verbraucher gehen.» Festgelegt seien bislang nur die Betriebskosten. «Jetzt müssen die Netz- und Messstellenbetreiber variable Tarife anbieten und eingesparte Kosten vollständig weitergeben.»

    Einer Umfrage im Auftrag des vzbv zufolge sind mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Verbraucher der Meinung, dass Smart Meter nur eingebaut werden sollten, wenn die Kosteneinsparung durch weniger Energieverbrauch die Zusatzkosten durch die Smart Meter übersteigt. 49 Prozent finden zudem, dass Verbraucher beim Einbau von Smart Metern mitentscheiden sollten.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Tanken Schweiz Österreich
    707 Interaktionen
    Sparen 20 Fr.
    Politiker AKW Diskussion
    633 Interaktionen
    «Milliarden gekostet»

    MEHR IN NEWS

    Juso
    1 Interaktionen
    Waren in Paris dabei
    Eurodreams
    2 Interaktionen
    Bern
    elon musk
    7 Interaktionen
    Wert: 10 Milliarden!
    Boot Schweizer Armee
    3 Interaktionen
    Gersau SZ

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Friedrich Merz
    11 Interaktionen
    Berlin
    Swiss Ski Aufgebot Sölden
    7 Interaktionen
    Weltcup-Auftakt
    Grippe
    23 Interaktionen
    Empfehlungen
    Roche
    6 Interaktionen
    Frankfurt