Lila Wurzel - Ube-Trend erreicht die Schweiz

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Zürich,

Lila Latte, lila Müesli: In den sozialen Medien wird Ube schon länger gehypt. Nun springen grosse Ketten wie Starbucks auf den Trend auf. Auch Coop hat einen Versuch mit der philippinischen Spezialität gewagt.

Auf den Philippinen sind Süssigkeiten aus der leuchtend violetten Yamswurzel Ube fester Bestandteil der Kultur. Nun gewinnt die Spezialität auch in der Schweiz an Bekanntheit.
Auf den Philippinen sind Süssigkeiten aus der leuchtend violetten Yamswurzel Ube fester Bestandteil der Kultur. Nun gewinnt die Spezialität auch in der Schweiz an Bekanntheit. - Leah Süss

Seit Anfang März lockt Starbucks in der Schweiz mit «Ube Ube Überall!». Gemeint sind neue Getränke mit der violetten Yamswurzel Ube. Diese wird als Sirup mit Kaffee oder Matcha gemischt. In den USA wurde der Geschmack bereits letztes Jahr eingeführt.

Hersteller loben die Knolle für ihren hohen Gehalt an Vitaminen und Ballaststoffen. Ube schmeckt nussig, süss und leicht nach Vanille. Und fast das Wichtigste: die knallige Farbe.

In Zürich sind «Ube Matcha Latte» oder Ube-Kuchen im Café Coin Coin zu finden, in Genf lockt zum Beispiel das Hiraya damit. Auch in Baden, Winterthur, Bern oder Basel kann man die Wurzel als Milchgetränk oder Cheesecake probieren, teilweise nur zeitlich limitiert. Der Preis ist vergleichbar mit Matcha und damit in der Tendenz etwas teurer als Kaffee.

In den Philippinen gehören Süssigkeiten aus Ube zur Kultur. Beliebt ist zum Beispiel das kalte Dessert Halo-Halo, das mit Ube-Marmelade und Ube-Eis gemacht wird. Nun präsentieren neben Starbucks auch die grossen Kaffeeketten Costa und Pret A Manger Ube als neuen Frühlingsgeschmack.

Für kleinere Betriebe ist es oft ein Liebhaberprojekt. Das Zürcher Café Coin Coin hat eine Gründerin mit philippinischen Wurzeln und bietet Ube seit mehr als zwei Jahren an. «Das Interesse ist in dieser Zeit stetig gestiegen», sagt Mitbetreiber Florian Zeman im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Das Café teste dabei immer wieder neue Rezepte.

Ähnliches berichtet Anja Guevarra, Geschäftsleiterin des Familienrestaurants Papa Oro's. Sie betreibt seit 2019 philippinische Restaurants im Aargau und hat seit 2022 Ube-Speisen im Angebot. «Am Anfang mussten wir die Wurzel den Leuten fast schon andrehen», sagt sie. «Inzwischen kommen sie speziell deswegen zu uns.»

Das steigende Interesse ist laut Guevarra einerseits den sozialen Medien und andererseits dem Markteintritt grosser Player zu verdanken. «Ube-Latte ist viel präsenter geworden, es gibt ihn jetzt sogar im Bergcafé im Wallis.» Sie denkt, dass Ube ähnlich wie Matcha oder Chai zu einer neuen Standard-Kaffeealternative werden könnte.

Auch die Plattform «Trend Hunter» prognostiziert, dass Ube die saisonalen Angebote der Gastronomie verändern wird. In der Schweiz hat Coop Anfang Jahr zum «Veganuary» ein Ube-Müesli auf den Markt gebracht. Die Nachfrage sei «sehr zufriedenstellend» gewesen, heisst es.

Aktuell sind aber keine weiteren Ube-Produkte geplant. Die Migros sieht Ube noch als Nischenprodukt, beobachtet laut einer Sprecherin aber die Marktentwicklung.

Für die Philippinen ist die erhöhte Nachfrage eine Chance, denn die Inselgruppe ist weltweit der grösste Produzent der Wurzel. Das Land exportiert Ube frisch, gefroren, als Pulver oder als Paste.

Laut der Marktforschungsfirma Transparency Market Research betrug der globale Marktwert von Ube im Jahr 2024 455 Millionen US-Dollar. Bis 2035 dürfte er auf 944 Millionen Dollar steigen und damit jährlich um knapp 7 Prozent.

Restaurantbetreiberin Anja Guevarra sieht allerdings eine Gefahr: «Wenn der Markt boomt, könnte es eine Knappheit geben.» Gerade auch, weil der Klimawandel teils die Ernte schmälert.

Dadurch könnten die Preise steigen und möglicherweise auch der Anreiz, das Produkt etwa mit Vanillearoma zu strecken. «Ein paar Tröpfchen Sirup machen noch keinen Ube-Geschmack», sagt Guevarra.

Kommentare

User #4192 (nicht angemeldet)

Ich brauche keine solchen Trends. Ich entscheide, was ich essen und trinke, aber sicher nicht, weil es Hype ist.

User #2629 (nicht angemeldet)

Gibt Leute die springen auf jeden Zug auf und vergessen wieder auszusteigen, jedem das Seine!

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