Inmitten des umsatzstarken Weihnachtsgeschäfts haben sich die Lieferprobleme der deutschen Detailhändler deutlich verschärft. 77,8 Prozent beklagten im November, dass nicht alle bestellten Waren geliefert werden können.
Container auf einem Containerschiff im Hafen von Hamburg. Foto: Marcus Brandt/dpa
Container auf einem Containerschiff im Hafen von Hamburg. Foto: Marcus Brandt/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Dies geht aus der am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Ifo-Instituts hervor.

Im Oktober waren es lediglich 60 Prozent, im September 74 Prozent. «Manche Stelle im Regal wird zu Weihnachten wohl leer bleiben», sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. «Die Verbraucher müssen eine gewisse Flexibilität bei Weihnachtsgeschenken mitbringen.»

Der Experte nannte auch einen wichtigen Grund für die Misere: «Noch immer ist Sand im Getriebe der weltweiten Logistik», sagte Wohlrabe. «Viele Schiffslieferungen sind verzögert.» Vor diesem Hintergrund seien Preiserhöhungen zu erwarten. «Mehr als zwei Drittel der Detailhändler wollen in den nächsten drei Monaten die Verkaufspreise anheben», ergänzte Wohlrabe.

Im Spielzeugdetailhandel berichteten alle teilnehmenden Unternehmen von Problemen. Auch im Handel mit Fahrrädern (95,8 Prozent) und Autos (93,5 Prozent) sind fast alle Händler von den Schwierigkeiten betroffen. Baumärkte waren dies zu 93 Prozent, Computerhändler zu 91,3 Prozent. Der Nachschub für sämtliche elektronischen Produkte gilt als schwierig.

Trotz Lieferproblemen plus Corona-Krise und hoher Inflation rechnet der Handelsverband Deutschland (HDE) aber bislang mit einem Rekordumsatz im laufenden Weihnachtsgeschäft. Die Einnahmen sollen im November und Dezember um zwei Prozent zum Vorjahreszeitraum auf knapp 112 Milliarden Euro steigen. «Die hohen Sparguthaben und die gute Verbraucherstimmung stellen die Weichen für einen versöhnlichen Jahresausklang nach einem für viele Händler mit den Lockdowns existenzbedrohendem ersten Halbjahr», sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth kürzlich.

Angetrieben wird das Weihnachtsgeschäft vor allem vom Online-Handel, der um 17,3 Prozent auf 23,1 Milliarden Euro zulegen soll. Traditionell machen klassische Geschenke-Branchen wie der Spielwarenhandel mehr als ein Fünftel ihres Jahresumsatzes im November und Dezember.

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