Lex Greensill darf in Grossbritannien keine Firmen mehr führen
Der Financier Lex Greensill darf in Grossbritannien für neun Jahre keine Firmen mehr leiten. Der Zusammenbruch der mit der britischen Greensill Capital erstellten «Lieferketten-Finanzierungs-Fonds» der Credit Suisse im Jahr 2021 war eine der wichtigsten Ursachen für den späteren Untergang der zweitgrössten Schweizer Bank.

Greensill dürfe ohne gerichtliche Genehmigung weder als Geschäftsführer tätig sein noch an der Gründung oder der Leitung eines Unternehmens mitwirken, heisst es in einer Mitteilung des britischen Insolvenzamts. Der australische Geschäftsmann habe einer entsprechenden Vereinbarung zugestimmt, kurz bevor in der laufenden Woche ein Prozess begonnen hätte. In den vergangenen Tagen hatten bereits diverse britische Medien darüber berichtet.
Die britische Behörde verweist in ihrer Mitteilung auf den Zusammenbruch der Greensill Gruppe im Jahr 2021 mit Verbindlichkeiten von 1,6 Milliarden Pfund. Mit seinem Verhalten hat der 1976 geborene australische Geschäftsmann laut der Behörde seine Pflicht verletzt, als Geschäftsführer «angemessene Sorgfalt, Fachkenntnis und Gewissenhaftigkeit» walten zu lassen.
Insbesondere verweist die Insolvenzbehörde auf Schuldverschreibungen, die mit Forderungen des US-Stahlunternehmens Katerra an seine Lieferanten unterlegt waren, und die von den CS-Lieferketten-Finanzierungsfonds wurden. In Wahrheit seien sie aber zweckentfremdet worden, so dass den CS-Fonds daraus ein Verlust von 440 Millionen Dollar entstand.
Die Credit Suisse (CS) hatte nach dem Zusammenbruch der Greensill-Gesellschaften im Jahr 2021 ihre sogenannten «Greensill-Fonds» im Umfang von rund 10 Milliarden Dollar in einem langwierigen Prozess liquidieren müssen, was zum anhaltenden Vertrauensverlust in die CS beitrug. Nach einer Reihe weiterer Skandale wurde die CS im Jahr 2023 von der Konkurrentin UBS übernommen.










