Julius Bär hat im ersten Halbjahr 2022 deutlich weniger Gewinn geschrieben. Die Bankengruppe bleibt hinter den Erwartungen zurück.
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Das Logo der Bank Julius Bär an der Bahnhofsstrasse in Zürich. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Julius-Bär-Gruppe hat im ersten Halbjahr 25 Prozent weniger verdient als im Vorjahr.
  • Auch die verwalteten Vermögen sind um 11 Prozent zurückgegangen.
  • Die negative Entwicklung an den Finanzmärkten schadet der Gruppe.

Im ersten Halbjahr 2022 sind die Gewinne der Julius-Bär-Gruppe deutlich zurückgegangen. Auch die verwalteten Vermögen schrumpften wegen der negativen Entwicklung an den Finanzmärkten, teilt das Unternehmen am Montag mit.

Der Konzerngewinn liegt bei 451 Millionen Franken – rund 25 Prozent weniger als das Rekordergebnis in der Vorjahresperiode.

Der um Integrations- und Restrukturierungskosten adjustierte Halbjahresgewinn verringerte sich um 26 Prozent und erreichte 476 Millionen Franken.

Julius Bär: Verwaltete Vermögen gehen um elf Prozent zurück

Die Bank wolle nun die Kostendisziplin in der gesamten Gruppe weiter beschleunigen, kündigte CEO Philipp Rickenbacher in der Meldung an. Man werde zudem die Anstrengungen zur «Schaffung von Mehrwert für die Kunden» weiter beschleunigen und wolle weitere Kundenberater einstellen.

Die verwalteten Vermögen (Assets under Management, AuM) beliefen sich Ende Juni auf 428 Milliarden Franken. Per Ende April waren es noch 457 Milliarden. Im Vergleich zum Jahresende 2021 sind die verwalteten Vermögen um elf Prozent zurückgegangen.

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Das Logo der Bank Julius Bär. - dpa

Zurückzuführen ist der Rückgang der Kundenvermögen vor allem auf die Korrekturen an den Finanzmärkten. Die Privatbank musste zudem auch einen Netto-Neugeldabfluss in Höhe von 1,1 Milliarden Franken vermelden. Allerdings hätten sich die Netto-Neugelder nach den Abflüssen in den ersten vier Monaten zuletzt wieder erholt. Die Bank erwarte nun, dass sich das Netto-Neugeld in der zweiten Jahreshälfte weiter normalisiere.

Julius Bär bleibt hinter Erwartungen zurück

Der Betriebsertrag fiel mit 1,87 Milliarden Franken (-6%) ebenfalls klar unter dem Vorjahreswert aus. Vor allem im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft spürte die Bank einen klaren Rückgang. Im Zinsengeschäft konnte sie hingegen von den Zinserhöhungen in den USA profitieren. Julius Bär verdiente auf den verwalteten Vermögen wieder weniger als im Vorjahr: Die Bruttomarge belief sich auf 81 Basispunkte nach hohen 87 Basispunkten im gleichen Vorjahressemester.

Mit den vorgelegten Jahreszahlen ist Julius Bär beim Gewinn und der Bruttomarge unter den Erwartungen der Analysten geblieben. Trotz einer etwas besseren Neugeldentwicklung gingen auch die Kundenvermögen gingen stärker zurück als von den Experten im Vorfeld erwartet.

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