Hotels leiden zunehmend unter Preisunterbietungen durch Plattformen
Immer mehr Schweizer Hotels sehen sich laut Hotelleriesuisse mit Preisunterbietungen auf Buchungsplattformen konfrontiert. Dadurch geraten die Betriebe unter Druck und verlieren zunehmend die Kontrolle über ihre Preisgestaltung.

Schweizer Hotels geraten laut einer neuen Studie des Branchenverbands Hotelleriesuisse durch sogenannte Preisunterbietungen auf Online-Buchungsplattformen zunehmend unter Druck. Beim sogenannten Undercutting werden Hotelzimmer auf Plattformen wie Booking.com oder Expedia günstiger angeboten als von den Hotels selbst – häufig ohne deren Zustimmung.
Rund die Hälfte der befragten Betriebe war 2025 von solchen Preisunterbietungen betroffen, nach 40 Prozent im Vorjahr. In 83 Prozent der Fälle hätten die Hotels den günstigeren Preisen nicht zugestimmt, heisst es in der am Dienstag veröffentlichten Studie.
Der Verband warnt vor einer Abwärtsspirale. Hotels sähen sich gezwungen, ihre Direktpreise ebenfalls zu senken, um konkurrenzfähig zu bleiben. Dadurch verlierten sie zunehmend die Kontrolle über ihre Preisgestaltung und ihren Vertrieb.
Zwar erfolgen mit 58,5 Prozent weiterhin die meisten Buchungen direkt bei den Hotels. Gleichzeitig bleibt der Einfluss der sogenannten Online Travel Agencies (OTA) hoch. Rund ein Drittel aller Buchungen läuft laut Studie über solche Plattformen.
Obwohl Preisparitätsklauseln inzwischen verboten sind, beeinflussen die Plattformen die Preise laut Studie weiterhin indirekt – etwa über Rankings, Sichtbarkeit oder Rabattprogramme. Knapp 30 Prozent der Hotels berichten von konkreten Eingriffen in ihre Direktpreise.
Zudem nimmt der Weiterverkauf von Zimmern über Drittanbieter zu. Mehr als die Hälfte der Hotels sei vom sogenannten Multi-Sourcing betroffen. Dies erschwere die Kontrolle über Preise und Angebote zusätzlich.
Der Markt bleibt stark konzentriert: Booking.com steht laut Studie für mehr als 70 Prozent der Online-Echtzeitbuchungen, Expedia kommt auf rund 15 Prozent. Die Untersuchung basiert auf einer Umfrage unter 171 Schweizer Hotelbetrieben.






