Honkonger Börse – Shein startet mit deutlichem Minus
Die Börse reagiert verhalten auf Sheins Debüt in Hongkong. Die Aktie fällt zeitweise deutlich unter den festgelegten Ausgabepreis.

Der Onlinehändler Shein ist mit einem deutlichen Minus an der Hongkonger Börse gestartet. In den ersten Handelsminuten lag die Aktie laut der «Zeit» zeitweise rund acht Prozent unter dem Ausgabepreis.
Der Ausgabepreis war zuvor auf 48,56 Hongkong-Dollar festgesetzt worden. Nach Angaben des «SRF» sank der Kurs zum Handelsbeginn sogar um zehn Prozent.
Anschliessend stabilisierte sich die Aktie etwas und schloss bei 46,62 Hongkong-Dollar. Damit lag der Schlusskurs rund vier Prozent unter dem ursprünglichen Ausgabepreis.
Börse: Bewertung deutlich gesunken
Beim Börsengang verkauften bisherige Eigentümer laut dem «SRF» insgesamt 280 Millionen Aktien. Shein nimmt dadurch rund 1,7 Milliarden Dollar ein.
Die «Tagesschau» beziffert die Bewertung nach dem Börsengang auf etwa 26,5 Milliarden Dollar. Damit liegt sie deutlich unter dem früheren Höchstwert von fast 100 Milliarden Dollar.
Shein wurde in China gegründet und verlagerte seinen Hauptsitz zwischen 2021 und 2022 nach Singapur. Zuvor hatte das Unternehmen bereits Börsengänge in London und New York angestrebt.
Neue Zölle belasten das Geschäft
Das Geschäftsmodell steht inzwischen wegen neuer Zollregelungen in wichtigen Märkten unter Druck. Laut der «Tagesschau» werden dadurch auch Lieferungen mit geringem Warenwert stärker mit Abgaben belastet.
Besonders in den USA wurde die bisherige zollfreie Einfuhr von Kleinsendungen abgeschafft. Dadurch seien die Produkte teurer geworden und Shein wachse inzwischen deutlich langsamer, berichtet das «SRF».
Auch höhere Transportkosten belasten den Onlinehändler. Nach Angaben der «Tagesschau» ging zudem die Nachfrage in einer Region infolge des Konflikts im Nahen Osten zurück.
Shein bleibt ein grosser Onlinehändler
Trotz dieser Belastungen zählt Shein weiterhin zu den grossen Unternehmen im internationalen Modehandel. Nach Angaben des «SRF» wickelte der Onlinehändler im vergangenen Jahr erstmals mehr als eine Milliarde Bestellungen ab.
Shein verkauft seine Produkte in mehr als 150 Ländern. Laut der «Zeit» zählt die Plattform weltweit 273 Millionen Kundinnen und Kunden, davon rund 130 Millionen in Europa.

2025 erzielte Shein einen Umsatz von knapp 42 Milliarden Dollar. Der Gewinn belief sich im selben Jahr auf rund 2 Milliarden Dollar.
Viele Zulieferer und internationale Kritik
Shein bezog seine Waren im vergangenen Jahr von rund 7500 Herstellern. Dem «SRF» zufolge beschäftigt das Unternehmen rund 18'000 Menschen, vor allem im Vertrieb und in weltweiten Verteilzentren.
Die Einnahmen aus dem Börsengang will Shein unter anderem in technische Infrastruktur investieren. Zudem soll laut der «Zeit» die eigene Marke weiter gestärkt werden.
Gleichzeitig steht das Unternehmen international in der Kritik. Die Vorwürfe reichen von Plagiaten und einer schlechten Umweltbilanz bis hin zu Zwangsarbeit.












