Der Versicherer Helvetia hat im vergangenen Jahr einen Gewinneinbruch erlitten. Neben der Corona-Krise belastete der Börsencrash vor einem Jahr die Rechnung.
Blick auf den Hauptsitz der Versicherungsgruppe Helvetia in St. Gallen
Blick auf den Hauptsitz der Versicherungsgruppe Helvetia in St. Gallen - sda - KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Versicherer Helvetia machte im Corona-Jahr 2020 Verluste.
  • Der Reingewinn hat um über 280 Millionen Franken abgenommen.
  • Schuld daran war neben der Pandemie auch der Börsencrash vor einem Jahr.

Der Versicherer Helvetia hat im vergangenen Jahr einen Gewinneinbruch erlitten. Neben der Corona-Krise belastete der Börsencrash vor einem Jahr die Rechnung. Der Reingewinn sackte um fast die Hälfte auf 281,7 Millionen Franken ab, wie der Konzern am Donnerstag in einem Communiqué bekannt gab.

Coronaschäden von fast 100 Millionen Franken

Im Vorjahr hatte die Helvetia noch einen Gewinn von 538,1 Millionen Franken eingefahren. Alleine der Taucher an den Börsen im Frühjahr halbierte das Gesamtergebnis aus Kapitalanlagen auf 1,43 Milliarden Franken. Immerhin hat der Aufschwung an den Börsen im zweiten Halbjahr zu einer beträchtlichen Erholung geführt nach den roten Zahlen im ersten Semester.

Die Folgen von Corona, insbesondere das Anlageergebnis, wirkten sich auf das Nicht-Leben- und Lebenergebnis aus. Im Nicht-Lebengeschäft erlitt der Versicherer einen Gewinnrückgang auf 258,5 Millionen Franken nach 398,5 Millionen Franken vor einem Jahr. Im Lebensversicherungsgeschäft fiel der Gewinn auf 167,1 Millionen Franken von 224,4 Millionen ein Jahr zuvor.

Im Versicherungsgeschäft musste Helvetia Coronaschäden von 97,5 Millionen Franken schultern wegen Schadenzahlungen vor allem für Betriebsunterbrüche und Reiseversicherungen. Darin eingeschlossen ist der im Mai vorgestellte Vergleich mit den Schweizer Gastro-Unternehmen mit Pandemie-Ausschluss in der Epidemieversicherung.

Mehr Einnahmen als im Vorjahr

Im Nicht-Lebengeschäft verschlechterte sich der Schaden-/Kostensatz (Combined Ratio) auf 94,0 Prozent von 92,3 Prozent im Vorjahr. Die Coronaschäden trieben die Combined Ratio um 2,3 Prozentpunkte nach oben. Ohne diese Belastungen wäre die Quote besser ausgefallen als im Vorjahr und hätte die Zielvorgabe von unter 93 Prozent klar erfüllt.

Positiv wirkte sich eine geringere Belastung durch Grossschäden aus Naturereignissen sowie eine tiefere Schadenfrequenz in einzelnen Sparten als Folge der Lockdowns aus, wie es hiess. Bei Werten von unter 100 Prozent wirft das Geschäft versicherungstechnisch Gewinne ab.

Bei den Einnahmen stieg das Geschäftsvolumen um 2,7 Prozent auf 9,71 Milliarden Franken. Hierzu trug die Akquisition des spanischen Versicherers Caser bei. Dieser lieferte im zweiten Halbjahr einen Gewinnbeitrag von 54,3 Millionen Franken.

Mit den Zahlen hat die Helvetia die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Dividende beträgt unverändert 5,00 Franken pro Anteilsschein.

100 Millionen sparen bis 2025

Zudem gab die Helvetia ihre neue Strategie 20.25 bekannt, nachdem sie die bisherigen Ziele von über 10 Milliarden Franken Geschäftsvolumen mit der Übernahme von Caser erreicht hat. Nun peilt die Helvetia mit ihrer Strategie 20.25 eine Combined Ratio im Nichtlebengeschäft von 92 bis 94 Prozent an. Die Neugeschäftsmarge im Lebengeschäft soll 2 bis 3 Prozent betragen.

Bis 2025 will der Versicherer Kosten von 100 Millionen Franken sparen. Und das Volumen im Fee Business soll über 350 Millionen Franken erreichen.

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