Helvetia Baloise baut bis zu 2600 Stellen ab
Der fusionierte Versicherungskonzern Helvetia Baloise will mit Grösse und Effizienz am Markt auftreten und hat erste Jahreszahlen auf pro Forma-Basis vorgelegt.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Versicherungskonzern Helvetia Baloise streicht bis zu 2600 Stellen.
- Stand heute seien bereits über 1100 Vollzeitstellen abgebaut worden.
- Helvetia und Baloise hatten Anfang Dezember 2025 zur Helvetia Baloise fusioniert.
Die neu formierte Versicherungsgruppe hat sich nun für die kommenden Jahre Geschäftsziele gesetzt und bestätigt den einschneidenden Stellenabbau.
Laut den am Mittwoch für den kombinierten Konzern vorgelegten Zahlen lag das Geschäftsvolumen der Gruppe lag 2025 bei 19,8 Milliarden Franken. Der dem Geschäft zugrundeliegende Gewinn belief sich auf 1,03 Milliarden Franken.
Daraus errechnet sich eine zugrundeliegende Rendite auf dem Eigenkapital von 15,4 Prozent, wie es weiter hiess. Den Aktionärinnen und Aktionären schlägt der neu zusammengesetzte Verwaltungsrat unter der Leitung von Thomas von Planta eine Dividende in Höhe von 7,70 Franken je Aktie vor.
Angaben dazu, wie der neu formierte Versicherungsriese in die Zukunft schreiten will, wird die Geschäftsleitung um CEO Fabian Rupprecht am Mittwochnachmittag an einem Investorentreffen in London detailliert darlegen. Unter anderem soll die Profitabilität klar gesteigert werden.
Eigenkapitalrendite von 16 bis 18 Prozent angestrebt
Bis 2028 strebt die Gruppe eine Eigenkapitalrendite im Bereich von 16 bis 18 Prozent an. Die Basis dazu sind Einsparungen aus der Fusion (Synergien) von rund 350 Millionen Franken. Bis Ende 2025 seien davon bereits 139 Millionen umgesetzt worden.
Ein Grossteil der Effizienzsteigerungen will Helvetia über den Abbau von Jobs erreichen. Es dürften wie bereits angekündigt 2000 bis 2600 Stellen von den insgesamt rund 22'000 Stellen abgebaut werden. Stand heute seien bereits über 1100 Vollzeitstellen abgebaut worden, hiess es.

Den Aktionären versprach Helvetia Baloise von Beginn der Fusionspläne weg eine klare Steigerung der Dividendenkapazität. Dabei sollen in den Jahren 2026 bis 2028 über 2,8 Milliarden Franken ausgeschüttet werden. Und 2029 soll die Dividende um mehr als 50 Prozent über dem 2025-Niveau liegen.
Helvetia und Baloise hatten Anfang Dezember 2025 zur Helvetia Baloise fusioniert. Dabei ist faktisch die kleinere Baloise in der Helvetia aufgegangen. Der Sitz der neuen Holding ist in Basel. Geleitet wird die Gruppe vom früheren Helvetia-Chef Fabian Rupprecht als CEO und dem Baloise-Präsidenten Thomas von Planta als Verwaltungsratspräsident.
Helvetia und Baloise profitieren 2025 von günstigem Schadenjahr
Die Versicherungsunternehmen Helvetia und Baloise vermelden für das Geschäftsjahr 2025 in ihrem letzten Jahr als eigenständige Unternehmen beide einen Gewinnanstieg. Dabei konnten sie – trotz der Katastrophe von Blatten – von einem insgesamt günstigen Schadenverlauf profitieren.
Der grössere Fusionspartner Helvetia hat im vergangenen Jahr den Gewinn um 14,4 Prozent auf 574,7 Millionen Franken gesteigert, wie den am Mittwoch von der Helvetia Baloise vorgelegten Zahlen zu entnehmen ist. Das Gewinnwachstum sei von einer starken Entwicklung des zugrunde liegenden Geschäfts und günstigen Markteffekten unterstützt worden.
Der zugrunde liegenden Reingewinn des Versicherers mit Hauptsitz in St. Gallen stieg demnach sogar um 20 Prozent auf 633,4 Millionen Franken. Die Zahl klammert die Restrukturierungs- und Integrationseffekte im Zusammenhang mit der Fusion aber auch mit der Integration der spanischen Caser und der Helvetia Seguros aus.
Stagnierendes Geschäftsvolumen
Das Geschäftsvolumen der Helvetia lag derweil im vergangenen Jahr mit 11,55 Milliarden Franken praktisch auf Vorjahreshöhe. Bei konstanten Wechselkursen resultierte ein kleines Wachstum von 0,9 Prozent.
Das Versicherungsunternehmen legte dabei im Nichtlebengeschäft leicht zu, während das Volumen im Lebensversicherungsgeschäft leicht rückläufig war. Das Unternehmen begründet das nicht zuletzt mit der weiter sinkenden Nachfrage nach Vollversicherungslösungen im Schweizer Markt.

Die Combined Ratio – also das Verhältnis von Schadenzahlungen und Kosten zu den verdienten Prämien – im Nichtlebengeschäft verbesserte sich deutlich auf 93,1 Prozent von 95,0 Prozent im Jahr davor. Helvetia profitierte nicht zuletzt von geringeren Schäden aus Naturkatastrophen – dies trotz «erheblicher Kosten» aus dem Bergsturz in Blatten.
Gute Eigenkapitalrendite
Der Fusionspartner Baloise konnte im vergangenen Jahr auf «Standalone»-Basis den Aktionärsgewinn auf 409,6 Millionen Franken erhöhen nach 384,8 Millionen Franken im Jahr davor. Bereinigt um fusionsbedingte Einmaleffekte hätte der Aktionärsgewinn gar 570,6 Millionen betragen, heisst es in der Mitteilung.
Auf Grundlage des bereinigten Gewinns habe die Eigenkapitalrendite 15,5 Prozent erreicht, was leicht über der eigenen Zielbandbreite des Basler Versicherungskonzerns liege.
Auch die Baloise konnte von einem insgesamt günstigen Schadenumfeld profitieren. So steigerte der Versicherer in seinem Nichtleben-Geschäft den Betriebsgewinn (EBIT) um gut 20 Prozent auf 313,9 Millionen Franken. Die Combined Ratio verbesserte sich auf 92,2 Prozent (VJ 92,9 Prozent).
Der EBIT im Lebengeschaft fiel mit 237,2 Millionen (VJ 282,3 Millionen) dagegen unter Vorjahr aus. Neben den Aufwendungen für die Fusion mit der Helvetia verweist der Versicherer auf die Tatsache, dass das Vorjahresergebnis durch einen positiven Einmaleffekt begünstigt wurde. Im Segment «Asset Management und Banking» konnte das Unternehmen den EBIT ebenfalls steigern (+11,8 Prozent auf 99,6 Millionen).
Helvetia und Baloise hatten per Dezember 2025 zur Helvetia Baloise fusioniert. Dabei ist faktisch die kleinere Baloise in der Helvetia aufgegangen. Der Sitz der neuen Holding ist in Basel.












