Teure Rohstoffe und gestörte Lieferketten schlagen immer stärker auf die Gewinne der chinesischen Industrieunternehmen durch. Diese legten im Juli zwar um 16,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu auf 704 Milliarden Yuan oder umgerechnet rund 92 Milliarden Euro, wie das Statistikamt am Freitag in Peking mitteilte.
Handelsstreit Coronavirus
Eine Näherin arbeitet an ihrer Nähmaschine in der Fabrik eines Sportbekleidungsunternehmens. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Allerdings verlangsamte sich das Wachstum damit bereits den fünften Monat in Folge.

Im Juni hatte das Plus noch bei 20 Prozent gelegen.

Das Statistikamt führten die erneute Verlangsamung auf Corona-Ausbrüche, Überschwemmungen sowie auf die hohen Rohstoffpreise zurück. Das alles belaste die Rentabilität insbesondere von kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie deren Geschäftspartnern. «Wir müssen erkennen, dass Ungleichmässigkeit und Unsicherheit bei der Erholung der Unternehmensgewinne weiterbestehen», sagte Zhu Hong vom Statistikamt.

Experten gehen davon aus, dass Regierung und Zentralbank nun aktiv werden könnten. «Ich erwarte, dass die politischen Entscheidungsträger eine Feinabstimmung vornehmen werden, um dem Gegenwind entgegenzuwirken», sagte Ökonom Nie Wen von Hwabao Trust in Shanghai. Materialengpässe, teure Rohstoffe und gestörte Lieferketten dämpfen derzeit den Aufschwung der nach den USA zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt.

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