Geschäftsleitungen der grossen Schweizer Unternehmen werden älter

Keystone-SDA
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Zürich,

Die Altersstruktur im obersten Management grosser Schweizer Unternehmen hat sich in den letzten Jahren merklich verändert: Zum Zeitpunkt ihrer Ernennung sind die Geschäftsleitungsmitglieder nun deutlich älter als früher und auch das Durchschnittsalter in den Gremien liegt höher.

Geschäftsleitung
Geschäftsleitungen werden älter. (Symbolbild) - pexels

So beträgt das Durchschnittsalter aktuell 53 Jahre. Seit 2011 ist es damit um drei Jahre gestiegen, wie der Kadervermittler Guido Schilling am Donnerstag an einer Medienkonferenz erläuterte. Der «Schillingreport», wie seine jährliche statistische Auswertung des obersten Managements der hundert grössten privatwirtschaftlichen Arbeitgeber der Schweiz heisst, deutet darauf hin, weshalb das Durchschnittsalter in den Geschäftsleitungen nach oben klettert.

Denn einerseits blieb die Verweildauer in den Gremien über die Jahre stabil und anderseits sind die Managerinnen und Manager, wenn sie in die Geschäftsleitung berufen werden, heute älter. So sind Manager aktuell bei der Beförderung in eine Geschäftsleitung durchschnittlich 50 Jahre alt. Vor zwanzig Jahren dagegen lag das Durchschnittsalter neuer Geschäftsleitungsmitglieder noch bei 46 Jahren.

Für Schilling ist dies Ausdruck dafür, dass breite Führungs- und auch Lebenserfahrung bei der Selektion von Geschäftsleitungsmitgliedern an Bedeutung gewonnen hat. Und da breitere Erfahrung einher gehe mit mehr Zeit, welche die Managerinnen und Manger in verschiedenen Rollen verbracht haben, bis sie den Schritt nach ganz oben schaffen, überrasche das höhere Alter bei den Beförderungen und Ernennungen nicht.

Dass die Durchschnittswerte nur Spiegel einer grundlegenden Veränderung in der Altersstruktur der Geschäftsleitungen sind, zeigt der Blick auf die verschiedenen Altersgruppen. So streicht der Schillingreport heraus, dass aktuell nicht einmal jeder zehnte Manager in den obersten Führungsgremien jünger als 45 Jahre sei. Vor 20 Jahren war es noch fast jeder vierte.

72 Prozent der Geschäftsleitungsmitglieder sind derzeit über 50 Jahre alt, 9 Prozent über 60 Jahre. Insgesamt zeige sich eine klare Konzentration auf ältere Jahrgänge, heisst es in der Medienmitteilung des Kadervermittlers. Anhand von Beispielen illustrierte Schilling an der Medienkonferenz, wie sich dieser Trend konkret in den Unternehmen zeigt.

So sind etwa aktuell in der Geschäftsleitung von Raiffeisen über die Hälfte der Mitglieder älter als 55 Jahre alt, während 2010 noch kein einziges Geschäftsleitungsmitglied in dieser Altersgruppe war. Und der Anteil der Unter-50-Jährigen sank in der gleichen Zeit von rund 60 Prozent auf null.

Zwar brächten ältere Geschäftsleitungsmitglieder den Vorteil wichtiger und vielfältiger Erfahrungen ein, konstatierte Schilling vor Journalisten. Eine fehlende Generationenvielfalt berge aber auch die Gefahr, dass strategisch blinde Flecken entstehen.

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Kommentare

User #6511 (nicht angemeldet)

Es gibt Länder wo deswegen in vielen Firmen die älteren Geschäftsführer bewusst und rechtzeitig in einem speziellen Mentoring-Model die jüngeren Mitarbeiter trainieren; damit diese optimal vorbereitet werden, arbeiten sie zuerst als Assistenten und können dann später als geschulter Nachfolger leichter diese Funktion übernehmen. Viele ältere Geschäftsführer würden sehr gerne ihre Erfahrungen als Mentoren an junge Leute weitergeben --- wenn man ihnen diese Möglichkeiten besser geben würde.

User #2468 (nicht angemeldet)

Firmenleitungen waren früher schon Ältere. Das waren Patrons, die für die Arbeiter auch da waren, wenn sie Probleme hatten. Mag sein dass es dazwischen anderst war, als der Slogan " Jung und dynamisch " aufkam..

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