Global gesehen hat sich der «Gender Gap» zwischen Mann und Frau in der Schweiz verschlimmert. Doch in der Schweiz hat sich die Lücke verkleinert.
suchthaftes Arbeiten
9,8 Prozent der deutschen Erwerbstätigen arbeiten suchthaft. (Symbolbild) - pixabay
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Das Wichtigste in Kürze

  • Global betrachtet, hat sich der «Gender Gap» während der Corona-Pandemie verschlimmert.
  • 2021 war die Kluft zwischen Mann und Frau in der Schweiz aber so tief wie noch nie.

Aus globaler Sicht hat die Coronakrise den «Gender Gap», also die Kluft zwischen Mann und Frau, verschlimmert. Trotzdem war die Lohnlücke in der Schweiz noch nie so gering wie im Jahr 2021. Weltweit sank die Beschäftigung von Frauen im Jahr 2021 um 5,0 Prozent, bei den Männern waren es rund 4,0 Prozent.

Die Schweiz hat sich jedoch gut geschlagen, wie der Mastercard Index of Women Entrepreneurs (MIWE) zeigt. Der Gender Gap war in der Schweiz 2021 so tief wie noch nie. Der Anteil der Frauen, die 2021 unternehmerisch tätig waren, stieg um 1,4 Prozent auf rund 9,0 Prozent.

Dies wird unter anderem durch die Zunahme des Frauenanteils in der Politik begründet: Im Parlament stieg der Anteil um 9,3 Prozent auf rund 40,0 Prozent an. Bei den Geschäftsführerinnen und Expertinnen liegt die Schweiz jedoch auf Rang 24. Sie hat somit noch viel Luft nach oben.

Selbstständiger Frauenanteil steigt

Die Schweiz ist, was die unternehmerischen Rahmenbedingungen für Frauen anbelangt, führend. Der Anteil der Frauen, die ein Unternehmen gegründet hatten, stieg auf rund 30 Prozent von zuvor 23,5 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil Männer auf rund ein Drittel von zuvor 46,6 Prozent. 2021 gibt es auch rund 5,0 Prozent mehr Frauen, die ein Familienunternehmen führen.

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Der Anteil an selbstständigen Frauen ist auf etwa 30 Prozent gestiegen. - Keystone

Global betrachtet hat die Covidpandemie Frauen schwerer getroffen als Männer. Über die Hälfte der Personen, die während der Pandemie ihren Job verloren hatten, waren Frauen. 90 Prozent davon haben bisher keine neue Anstellung gefunden. Dadurch werde die Schliessung des Gender Gaps voraussichtlich um 36 Jahre zurückgeworfen, heisst es weiter.

Rang fünf bei MIWE-Ranking

Im MIWE-Gesamtranking macht die Schweiz zwei Plätze wett und erreicht somit Rang 5 nach den USA, Neuseeland, Kanada und Australien. Die Verbesserung stützt sich dabei auf das verstärkte Engagement in der Frauenförderung. Hier stieg die Schweiz gar um 25 Plätze auf und steht nun auf Platz 12.

Insgesamt ist es in 14 der 65 berücksichtigen Ländern zu einem Anstieg der unternehmerischen Aktivitäten der Frauen gekommen. Darunter verzeichnen Kolumbien, Uruguay und Angola den stärksten Zuwachs. In zehn Ländern überholten die Frauen gar die Männer.

Der Mastercard Index of Women Entrepreneurs wurde 2021 zum fünften Mal erhoben. Der MIWE repräsentiere 82 Prozent der weltweiten, weiblichen Erwerbsbevölkerung. In diesem Zusammenhang hat sich Mastercard zum Ziel gesetzt: Bis 2025 weltweit 25 Millionen Unternehmerinnen in die digitale Wirtschaft zu integrieren.

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