Galderma klopft an die SMI-Tür - für wen wird es eng?

Keystone-SDA
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Zürich,

Im exklusivsten Börsenclub der Schweiz könnten schon bald die Sitze neu verteilt werden. Gleich mehrere Titel haben sich in Stellung gebracht, während andere um ihren Platz im Schweizer Leitindex zittern müssen. Die Ausgangslage vor dem entscheidenden Stichtag Ende Juni deutet jedenfalls auf die grössten Veränderungen seit Jahren hin.

SMI
Die Börsenbetreiberin SIX legt feste Kriterien an, um eine Rangliste für die Indexzugehörigkeit des SMI zu erstellen. - keystone

Die Börsenbetreiberin SIX legt feste Kriterien an, um eine Rangliste für die Indexzugehörigkeit zu erstellen. Stichtag ist der 30. Juni, veröffentlicht wird die entscheidende Liste dann Anfang Juli. Die Umsetzung erfolgt am dritten Freitag im September.

Die SIX wählt die 20 Indexkomponenten des SMI aus der Ende Juni gültigen Selektionsliste aus. Die Aktien auf den ersten 18 Rängen qualifizieren sich direkt für den Leitindex. Dahinter greift die sogenannte Pufferzone auf den Plätzen 19 bis 22. Sie soll häufige Wechsel verhindern und verschafft bestehenden SMI-Mitgliedern einen entscheidenden Vorteil gegenüber Herausforderern.

Für die Rangliste zählen sowohl das durchschnittliche Handelsvolumen als auch die Marktkapitalisierung des Aktien-Streubesitzes der vergangenen zwölf Monate. Auf Basis der jüngsten verfügbaren Liste der SIX per Ende März belegten Novartis, Nestlé und Roche die Spitzenplätze.

Besonders stark präsentierte sich Ende März Galderma. Der Dermatologiespezialist belegte Rang 17 und lag damit komfortabel innerhalb der direkten Aufnahmezone. Beim Handelsvolumen erreichte die Aktie sogar Rang 16, bei der Marktkapitalisierung Rang 19.

«Seit März hat Galderma aber dank des Kursanstiegs bei der Marktkapitalisierung nochmals zugelegt, damit sind die Chancen nochmals besser geworden», erklärt Indexexperte Christian Arnold von der Privatbank ODDO BHF.

Auch die Pharmafirma Sandoz befindet sich mit Rang 18 in einer starken Ausgangslage. Zwar blieb der grosse Kursschub zuletzt aus, doch die Aktie hat sich bislang kaum etwas zuschulden kommen lassen. Damit dürfte auch sie weiterhin zum Kreis der aussichtsreichsten Anwärter gehören.

Während sich die Herausforderer nach vorne arbeiten, wächst der Druck auf einige bestehende Indexmitglieder. Besonders kritisch erscheint die Lage beim Logistikunternehmen Kühne+Nagel. Denn im März lag die Aktie lediglich auf Rang 25 und war damit klar ausserhalb der Pufferzone.

Zum Verhängnis dürfte dem Titel dabei noch nicht einmal so sehr das Handelsvolumen werden, denn da erreichte Kühne+Nagel Ende März immerhin noch den 22. Platz. Deutlich schwerer wiegt die Position bei der Marktkapitalisierung, wo Kühne+Nagel nur auf Rang 32 kam.

Ein Wackelkandidat ist für viele Logitech. Zuletzt lag der PC-Zubehörhersteller auf Platz 21 der Liste und damit gerade noch in der Pufferzone. Direkt vor Logitech lagen aber mit Geberit und Swisscom bereits 2 SMI-Werte. Würde diese Konstellation Bestand haben und Galderma und Sandoz durch ihre Platzierung automatisch aufrücken, wäre Logitech raus. «Allerdings muss man bedenken, dass der Logitech-Kurs seither deutlich zugelegt und sich damit auch die Marktkapitalisierung verbessert hat», merkt ODDO-Experte Arnold an.

Dadurch könnte sich die Rangfolge nochmals verschoben haben. Während der Sanitärkonzern Geberit aufgrund seiner Grösse vergleichsweise komfortabel erscheint, könnte sich der Kampf um den letzten freien Platz letztlich zwischen Logitech und dem Telekomanbieter Swisscom entscheiden. Vor wenigen Monaten wäre ein solches Szenario noch kaum diskutiert worden.

Auch von Künstlicher Intelligenz (KI) gestützte Szenarien errechnen für Galderma eine Aufstiegswahrscheinlichkeit von satten 70 Prozent. Sandoz wird indes nur eine kleinere Chance zugestanden. Denn sollte die Aktie auf Rang 19 und damit in die Pufferzone abrutschen, würden schliesslich die SMI-Werte Geberit, Swisscom oder Logitech vorgezogen.

Während Kühne+Nagel für die KI ebenfalls das klare «Dark Horse» ist, bleibt das Rennen um die letzten Plätze im Dunkeln. Die nächsten Handelstage werden entscheiden, ob es bei einem Wechsel bleibt oder der Umbau im SMI grösser ausfällt.

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