Der deutsche Chemiekonzern BASF steht immer wieder wegen Geschäften in der Volksrepublik in der Kritik. Laut der Firma seien die Investitionen aber notwendig.
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BASF-Fabrik in Ludwigshafen, Deutschland (Archivbild). - sda - KEYSTONE/AP/MICHAEL PROBST
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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Finanzchef von BASF verteidigt in einem ausführlichen Gespräch die Firmenstrategie.
  • Besonders was China angeht, steht der Konzern immer wieder in der Kritik.
  • Relativ sollen Investitionen in Europa sinken, BASF ist sich aber Risiko in China bewusst.

BASF-Finanzchef Hans-Ulrich Engel hat sich zu den Milliarden-Investitionen des Chemieunternehmens in China geäussert. Er sagt diese Massnahmen seien notwendig für die Entwicklung des Unternehmens.

«China repräsentiert schon heute mehr als 40 Prozent des globalen Chemiemarkts und bleibt in dieser Dekade der grösste Chemie-Wachstumsmarkt.» So verteidigte Engel seine Firma in einem Gespräch mit den Nachrichtenagenturen dpa-AFX und dpa.

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Chemiekonzern BASF. - sda - KEYSTONE/AP/FERDINAND OSTROP

Bis 2030 sollen Experten zufolge zwei Drittel des Wachstums in der Chemie aus China kommen. «BASF hat entschieden, an dem Wachstumsmarkt zu partizipieren.» Derzeit steuere China 15 Prozent zum Konzernumsatz bei. «Wir sind als weltweiter Spieler in China unterrepräsentiert.»

China steht im Westen wegen Menschenrechtsverletzungen, des Säbelrasselns gegenüber Taiwan und des forscheren aussenpolitischen Auftretens in der Kritik.

Engel schreckt vor Risiko nicht zurück

BASF seien die Risiken bewusst, sagte Engel. «Risikoabwägung und Risikoeinschätzung zu betreiben ist Teil des Entscheidungsprozesses. Dann stellt sich die Frage, ob das Wohl und Wehe der BASF von einer solchen Investition abhängt. Die Antwort ist: Nein, tut es nicht.»

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BASF verteidigt Investitionen in China. - dpa

Auch im schlechtesten Szenario, dass man Anlagen etwa wegen Sanktionen nicht nutzen könne, würde dies BASF «nicht unter Wasser bringen». Weiter führt Engel aus: «Falls China isoliert werden würde, zum Beispiel wegen eines Angriffs auf Taiwan, bekommen wir weltwirtschaftlich allerdings ein ganz anderes Szenario. In einer Dimension, die ich mir nicht ausmalen möchte»

In der Provinz Guangdong baut BASF gerade den drittgrössten Verbundstandort des Unternehmens und bereits den zweiten dieser Art in China. Dafür investiert BASF rund zehn Milliarden Euro bis 2030.

Weniger Investitionen der BASF für Europa

Was Europa angehe, sehe der BASF-Fünfjahresplan weniger relative Kapitalinvestitionen vor. Der prozentuale Anteil in Europa würde geringer ausfallen als in den fünf Jahren zuvor, sagte Engel.

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Will Geld und Investments aus China vermehrt raushalten: Robert Habeck (Grüne) - AFP/Archiv

Der deutsche Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) will einen neuen China-Kurs einschlagen. Die Bundesregierung will unter anderem milliardenschwere deutsche Auslandsinvestitionen verstärkt in Märkte ausserhalb Chinas lenken. Zum Beispiel mit dem Instrument von Investitionsgarantien.

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