US-Notenbankchef Jerome Powell sieht die Fed auf gutem Weg zum angestrebten Ausstieg aus dem Krisenmodus nach der Coronavirus-Pandemie. Eine Festlegung auf einen Zeitplan zum Abbau der milliardenschweren Konjunkturhilfen vermied er am Freitag bei seinem virtuellen Redeauftritt auf der Fed-Konferenz von Jackson Hole jedoch.
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Jerome Powell ist Chef der amerikanischen Notenbank. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Powell betonte zwar, dass er im Juli einen Beginn des Abschmelzens der Wertpapierkäufe noch in diesem Jahr für angemessen gehalten habe.

Mittlerweile habe auch der Arbeitsmarkt weitere Fortschritte gemacht. Doch gehe dies mit der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus einher. «Wir werden die hereinkommenden Daten und die entstehenden Risiken sorgfältig prüfen», sagte Powell.

Ausdruck der verschärften Lage ist auch, dass die Jackson-Hole-Konferenz wie bereits 2020 Corona-bedingt nur im Online-Format abgehalten wird. Angesichts der nach der Krise wieder rund laufenden Konjunktur denkt die Fed bereits seit einiger Zeit über ein Zurückfahren ihrer Anleihenkäufe nach. Sie kauft derzeit noch Wertpapiere im Volumen von monatlich 120 Milliarden Dollar.

Mehrere Währungshüter dringen auf eine baldige Entscheidung zum Abschmelzen der Krisenhilfe, womit der Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik eingeleitet würde. Viele Experten rechnen damit, dass die Reduzierung der Käufe um die Jahreswende beginnen könnte. Ein Beschluss der Währungshüter dazu wird für die nächsten Zinssitzungen erwartet - womöglich im September.

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