Facebook streicht im dritten Quartal einen Gewinn von 9,2 Milliarden Dollar ein. Trotz vieler Vorwürfe konnte ein Plus von 17 Prozent vermeldet werden.
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Facebook-Logo - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Facebook trotz den Vorwürfen und steigert den Quartalsgewinn um 17 Prozent.
  • Der Gewinn beläuft sich auf 9,2 Milliarden Dollar.
  • Über 2,91 Milliarden Menschen benutzen die Dienste Facebooks.

Trotz der Kontroversen um den Umgang mit Hassnachrichten und Falschinformationen hat US-Internetriese Facebook eine Steigerung seines Quartalsgewinns auf mehr als 9 Milliarden US-Dollar (rund 7,8 Milliarden Euro) gemeldet.

Die am Montag von dem Unternehmen veröffentlichten Zahlen zeigten einen Anstieg des Gewinns um 17 Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar. Insgesamt nutzen nun 2,91 Milliarden Menschen Facebooks Dienste.

US-Senator: Facebook stelle Profit über Menschen

Stunden zuvor hatte es neue Vorwürfe gegen Facebook-Chef Mark Zuckerberg gegeben. Dieser soll laut einem Bericht der «Washington Post» einer Forderung der autoritären Regierung Vietnams zur Beschränkung «staatsfeindlicher» Beiträge nachgekommen sein.

«Diese erschütternden Dokumente belegen, dass die Facebook-Führung chronisch ernsthafte interne Alarmsignale ignoriert und den Profit über die Menschen gestellt hat», erklärte US-Senator Richard Blumenthal.

Erst am Wochenende war der Konzern wegen weiterer Enthüllungen zu seinem Umgang mit Gewaltaufrufen im wichtigen Markt Indien unter Druck geraten. Trotz Hinweisen eigener Analysten soll es laut unternehmensinternen Dokumenten versäumt worden sein, Falschinformationen und Hassnachrichten in seinen indischen Plattformen einzudämmen. Facebook sei sich bewusst gewesen, dass die schwache Moderation seine Plattformen anfällig für Missbrauch macht.

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Facebook-CEO Mark Zuckerberg. - DPA

Facebook wird von der ehemaligen Produktmanagerin Frances Haugen beschuldigt, eigene Gewinne über die Sicherheit von Menschen zu stellen. Dabei würden verheerende Folgen für Menschen, Demokratie und Gesellschaft in Kauf genommen. Ein weiterer Informant legte kurz darauf nach und berichtete laut «Washington Post» von internen Diskussionen, in denen die mutmassliche Einmischung Russlands in die US-Präsidentschaftswahl 2016 über Facebooks Dienste heruntergespielt wurde.

Facebook hat die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. «Ich glaube, dass wir eine koordinierte Anstrengung sehen, durchgesickerte Dokumente zu verwenden, um ein falsches Bild von unserem Unternehmen zu zeichnen», sagte Zuckerberg in einer Telefonkonferenz. Die Enthüllungen haben die Rufe nach einer strengeren Regulierungen von Facebook und Internetkonzernen insgesamt verstärkt.

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