EU-Kommission verbietet Fusion von ThyssenKrupp und Tata

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Belgien,

Die EU-Wettbewerbshüter haben die Stahlfusion von ThyssenKrupp und dem indischen Tata-Konzern wie erwartet untersagt.

Thyssenkrupp-Zentrale in Essen
Thyssenkrupp-Zentrale in Essen - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Brüssel rechtfertigt Entscheidung mit erwarteten Preisanstiegen.

Wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte, hätte der Zusammenschluss ohne Änderungen «eine Einschränkung des Wettbewerbs und einen Anstieg der Preise bestimmter Stahlsorten» zulasten von Unternehmen und Verbrauchern bewirkt. Die Stahlhersteller hätten jedoch «keine geeigneten Abhilfemassnahmen angeboten, um die Bedenken der Kommission auszuräumen».

ThyssenKrupp wollte seine Stahlsparte mit dem indischen Unternehmen verschmelzen. Damit sollte ein Gegengewicht zu günstigem Stahl aus China geschaffen werden. Der deutsche Konzern hatte dann aber schon im Mai mitgeteilt, er rechne mit einem Veto der EU-Wettbewerbshüter.

Die Konzernführung kündigte darauf im Zuge einer strategischen Neuausrichtung die Streichung von weltweit 6000 Stellen an, davon 4000 in Deutschland. Die im Zuge der Fusion geplante Aufspaltung in einen reinen Werkstoffkonzern mit der Stahlproduktion und ein Industrieunternehmen mit dem Aufzugs- und Automobilzuliefergeschäft wurde zudem abgesagt.

Stahl sei Ausgangsstoff für «viele Dinge des täglichen Gebrauchs wie Lebensmittelkonserven und Autos», erklärte am Dienstag EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Unternehmen und Industrie sei «auf wettbewerbsfähige Stahlpreise angewiesen, um ihre Erzeugnisse weltweit absetzen zu können.» Diese wären durch den Zusammenschluss aber gestiegen. Die Kommission habe ihn deshalb untersagt, «um ernsthaften Schaden von europäischen Industriekunden und Verbrauchern abzuwenden».

Die Kommission hatte «ernsthafte Bedenken» wegen erwarteter Preisanstiege insbesondere bei metallbeschichteten und laminierten Verpackungsstahl-Erzeugnissen und bei feuerverzinkten Stahlerzeugnissen für die Autoindustrie. Ihrer Untersuchung zufolge hätten betroffene Firmen nicht auf Importe von ausserhalb der EU zurückgreifen können, um die Preissteigerungen zu umgehen. Die Abnehmer nannten demnach Qualitätsanforderungen an die Stahlsorten und kurze Lieferzeiten bei der Produktion aus Europa als Grund.

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