Dolce&Gabbana künftig ohne Gabbana in Geschäftsführung
Das italienische Modehaus gehört zu grossen Teilen immer noch seinen zwei Gründern. Jetzt zieht sich einer der beiden aus dem unternehmerischen Geschäft zurück. Im Kreativbereich will er bleiben.

Mailand (awp/dpa) – Beim italienischen Modehaus Dolce&Gabbana – einem der bekanntesten Namen der Modewelt – hat sich Firmengründer Stefano Gabbana aus der Geschäftsführung verabschiedet. Der 63-Jährige habe bereits zu Beginn des Jahres alle unternehmerischen Funktionen niedergelegt, bestätigte der Konzern entsprechende Medienberichte. Zugleich wurde betont: «Auf die kreativen Tätigkeiten, die Stefano Gabbana für die Gruppe ausübt, hat dieser Rücktritt keinerlei Einfluss.»
Dolce&Gabbana wurde 1985 in Mailand gegründet. Zweiter Namensgeber neben dem gebürtigen Mailänder Gabbana ist der Sizilianer Domenico Dolce (67). Der internationale Durchbruch gelang den beiden einige Jahre später durch die Zusammenarbeit mit US-Popsängerin Madonna, für die sie zahlreiche Kostüme entwarfen. Die beiden waren früher auch privat ein Paar. Heute zählt der Konzern bei einem Jahresumsatz von etwa 1,9 Milliarden Euro mehr als 5.400 Beschäftigte.
Im Unterschied zu Gabbana behält Domenico Dolce auch die Funktionen in der Unternehmensführung. Zudem ist nach Medienberichten dessen Bruder Alfonso Dolce zum zweiten Vorstandschef aufgerückt. Zu Berichten, wonach dem Konzern Schulden in Höhe von 450 Millionen Euro zu schaffen machten, hiess es offiziell nur: «Zu diesem Thema hat das Unternehmen derzeit nichts zu erklären, da die Verhandlungen mit den Banken noch im Gange sind.»
Nach Medienberichten prüft das Unternehmen die Aufnahme neuer Finanzmittel von bis zu 150 Millionen Euro, um seine Liquidität zu stärken. Auch ein Verkauf von Immobilien stehe zur Diskussion, heisst es. An Dolce&Gabbana halten die beiden Gründer jeweils etwa 40 Prozent der Anteile. In den italienischen Zeitungen wird auch spekuliert, dass ein ehemaliger Top-Manager der italienischen Konkurrenzmarke Gucci, Stefano Cantino, in das Unternehmen einsteigen könnte.










