Dertour Suisse mit Aufholjagd nach Einbruch wegen Iran-Krieg
Der Reiseveranstalter Dertour Suisse hat nach dem Einbruch wegen des Iran-Kriegs zur Aufholjagd angesetzt. Im Gesamtjahr rechnet der Schweizer Branchenprimus nur noch mit einem leichten Minus gegenüber dem Vorjahr.

Dank der Übernahme des Konkurrenten Hotelplan habe Dertour Suisse die Grenze von einer Milliarde Franken Umsatz fest im Blick, sagte Konzernchefin Stephanie Schulze zur Wiesch im Interview mit der Nachrichtenagentur AWP am Rande einer Medienreise im portugiesischen Ferienort Albufeira: «Die werden wir in absehbarer Zeit knacken.»
Das Jahr habe sehr gut begonnen. «Bis Mitte Februar lief es hervorragend. Dann kam der Iran-Krieg und hat alles unterbrochen», sagte Schulze zur Wiesch. Viele Wochen habe es ein deutliches Minus bei den Buchungen gegeben. Die Destinationen im Nahen Osten und im Indischen Ozean hätten im Frühling einen zweistelligen Taucher erlitten durch die Schliessung der Flugdrehkreuze am Persischen Golf.
Stabilisierung im Sommer
Im Sommer habe sich die Lage stabilisiert. In den letzten Wochen lägen die Buchungseingänge wieder über dem Vorjahresniveau, sagte die Dertour-Suisse-Chefin.
Mit der Öffnung des wichtigen Drehkreuzes Dubai hätten sich die Destinationen im Indischen Ozean wieder markant erholt. Insbesondere die Malediven zeigten ein starkes zweistelliges Wachstum, sagte Schulze zur Wiesch. Aber auch die Nachfrage nach den Seychellen und Mauritius habe deutlich angezogen.
Zugelegt hätten auch Destinationen in der Karibik wie die Dominikanische Republik und in Südamerika. Das Last-Minute-Geschäft laufe ebenfalls stark.
Auf der Kurzstrecke sei die Entwicklung in Kreta sehr stark gewesen, ebenso Spanien mit den Kanarischen Inseln. Auch Sardinien war sehr gefragt.
Keine Erholung in der Türkei
Weniger gut als im Vorjahr lief es dagegen auf Mallorca. Dort seien die Preise zum Teil hoch gestiegen, sagte Schulze zur Wiesch. Allerdings bleibe die grösste Balearen-Insel eine sehr starke Destination für Dertour.
Auch die Türkei sei weniger gefragt als auch schon. «Das liegt nicht nur am Iran-Krieg», sagte die Konzernchefin. Die Preise seien in der Türkei nicht mehr so günstig wie früher. Hinzu kommen auch die gestiegenen Flugpreise, die aus der Schweiz teurer seien als aus Deutschland. Eine Erholung der Nachfrage nach Reisen ins Land am Bosporus zeichne sich nicht ab. Die Schweizer Kunden würden nach Tunesien ausweichen.














