Clariant

Clariant bleibt nach schwierigem 2025 zurückhaltend

Keystone-SDA
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Birseck,

Europas Chemiekonzerne haben seit Jahren mit einem ganzen Strauss an Herausforderungen zu kämpfen. So auch die Clariant, die im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatzrückgang hinnehmen musste. Auch der Ausblick auf das laufende Jahr bleibt verhalten.

Clariant
Das Chemiewerk der Firma Clariant an der Rothausstrasse in Muttenz, fotografiert am Samstag, 26. August, 2017. - keystone

Hohe Energie- und Rohstoffkosten seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs, strenge Umwelt- und Sicherheitsvorschriften und verunsicherte Konsumenten setzen insbesondere die Hersteller auf dem «Alten Kontinent» unter Druck. Den Mitbewerbern mit günstigeren Energie- und Rohstoffquellen läuft es besser.

«In Europa liegt die Chemieproduktion heute 20 Prozent unter dem Vor-Corona-Niveau», sagte Clariant-Chef Conrad Keijzer am Donnerstag im Gespräch mit Medienschaffenden. Die US-Unternehmen hätten diesen Rückstand mittlerweile aufgeholt, in Asien liege die Produktion heute wieder «weit darüber».

In diesem Umfeld musste Clariant 2025 einen Umsatzrückgang um 6 Prozent auf 3,91 Milliarden Franken hinnehmen. Ohne Währungseinflüsse wäre der Umsatz allerdings unverändert geblieben.

Besonders stolz ist Keijzer auf die Innovationskraft seines Unternehmens: Neue Produkte, die nicht älter sind als 5 Jahre, steuerten knapp 19 Prozent zum Umsatz bei. Und die sogenannten «Innovation Sales» sind profitabler als ältere Produkte aus dem Portfolio.

Dazu kommt die «Selbsthilfe»: So nennt Clariant seine Effizienzprogramme. Die sind nötig, helfen doch die Märkte dem Unternehmen (noch) kaum. Das laufende Sparprogramm drückte die Kosten der Muttenzer um 50 Millionen Franken.

Daher ist es dem Hersteller von Spezialchemikalien gelungen, seine operative Gewinnmarge deutlich zu verbessern. Insbesondere vor Sondereffekten, also etwa die Kosten für Restrukturierungen ausgeklammert, stieg die operative Marge um 1,8 Prozentpunkte auf 17,8 Prozent. Der bereinigte Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) stieg um 5 Prozent auf 697 Millionen Franken.

Auf den ersten Blick erschreckend wirkt daher der Blick auf den Verlust von 41 Millionen Franken, den Clariant unter dem Strich ausweisen musste. Der Grund dafür ist aber rein bilanzieller Natur.

Denn Clariant hatte kurz vor dem Jahresende den Rückzug aus Venezuela gemeldet. In diesem Zusammenhang mussten die über viele Jahre angesammelten Währungsverluste von insgesamt 230 Millionen Franken in der Erfolgsrechnung berücksichtigt werden.

Dadurch löste der sich ohne diesen Effekt ausgewiesene Gewinn von 189 Millionen in Luft auf. Rein buchhalterisch entstand damit ein Minus, obwohl das zugrunde liegende operative Geschäft unberührt blieb. Daher soll die Dividende unverändert 42 Rappen je Aktie betragen.

Mit Blick nach vorne ist aber immer noch nicht eitel Sonnenschein: Der benötigte konjunkturelle Rückenwind bleibt weiterhin aus und Clariant stellt sich auf ein anhaltend schwieriges Umfeld ein.

Der Konzern erwartet, dass der in lokalen Währungen ausgewiesene Umsatz in etwa unverändert bleibe. Dabei schmälere die erfolgte Portfoliobereinigung die Verkäufe um rund 1 Prozent.

Vor Sonderposten verspricht Clariant eine EBITDA-Marge von 18 Prozent. Denn im laufenden Jahr werde der grösste Teil der verbleibenden Kosteneinsparungen von rund 30 Millionen Franken eingespielt.

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