C. H. Beck darf Mehrheit am Buchverlag dtv übernehmen

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Bern,

Der Buchverlag C. H. Beck darf die Mehrheit an der dtv Verlagsgesellschaft übernehmen. Diese Entscheidung zu den beiden deutschen Verlagen aus München gab das Bundeskartellamt in Bonn bekannt.

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Stapel von Büchern liegen auf den Tischen einer Buchhandlung. (Symbolbild) - Keystone

C. H. Beck ist schon jetzt Miteigentümer, nun bekommt es den bisherigen dtv-Unternehmensanteil der Ganske Verlagsgruppe hinzu und wird dadurch Mehrheitseigentümer. Der Carl Hanser Verlag und eine andere Firma bleiben als Co-Gesellschafter an Bord.

C. H. Beck wird aber «die alleinige Kontrolle über dtv ausüben», wie das Kartellamt es formuliert. Nach Verlagsangaben erfolgt die Übernahme zum 1. Juli. Der Kaufpreis wurde nicht mitgeteilt.

dtv wurde 1960 als reiner Taschenbuchverlag für Zweitveröffentlichungen gegründet, der Unternehmensname geht auf Deutscher Taschenbuchverlag zurück.

Schon seit längerem hat er auch Hardcover im Sortiment. Es geht um Belletristik, Biografien, Sachbücher, Ratgeber sowie um Kinder- und Jugendbücher. Zu aktuellen Verkaufserfolgen von dtv gehören eine Thomas-Mann-Biografie von Tilmann Lahme sowie «Der Weg» von Wolfgang Büscher, eine Reiseerzählung aus der Sahara. Auch Schweizer Autoren, wie Michael Hugentobler mit seinem jüngsten Roman «Bis die Bären tanzen», verlegt dtv.

Der Verlag veröffentlicht pro Jahr rund 400 Buchtitel. dtv gehört laut Kartellamt zu den grössten konzernunabhängigen Publikumsverlagen im deutschsprachigen Raum.

C. H. Beck hat eigenen Angaben zufolge gut 900 Mitarbeiter, die Firma kommt auf circa 1200 Neuerscheinungen pro Jahr, darunter auch von Schweizer Autorinnen und Autoren wie Martina Clavadetscher oder Giuliano da Empoli. Neben Literatur geht es auch um die Bereiche Recht, Steuern, Wirtschaft, Sachbuch und Wissenschaft. Von dem Münchner Verlag wurde etwa die «Balkan-Odyssee» von Marie-Janine Calic verlegt, für diesen Titel gab es in diesem Jahr den Preis der Leipziger Buchmesse in der Sachbuch-Kategorie. Das Buch wirft einen Blick auf die Flucht von Künstlern vor den Nazis zwischen 1933 und 1941.

«C. H. Beck verfügt insbesondere im Bereich juristischer Fachinformationen über eine starke Marktstellung», sagte Kartellamtschef Andreas Mundt. Der Zusammenschluss betreffe aber vor allem die Bereiche Belletristik, Sachbuch, Ratgeber sowie Kinder- und Jugendbuch. «In diesen Segmenten stehen die Beteiligten im Wettbewerb mit einer Vielzahl weiterer Verlage.»

Der Rückzug der Ganske-Gruppe aus dem dtv-Eigentümerkreis wird damit begründet, dass diese Firma ihre strategische Ausrichtung weiter schärfen und Ressourcen gezielt auf zukünftige Wachstumsfelder konzentrieren wolle.

«Für C. H. Beck ergibt sich dadurch die erfreuliche Möglichkeit, unser langjähriges Engagement als Gesellschafter des dtv auszubauen und die erfolgreiche Entwicklung des dtv weiter konstruktiv zu begleiten», sagte Jonathan Beck, Mitglied der Geschäftsführung des 1763 gegründeten Verlags. Beck kommt aus der siebten Generation der Verlegerfamilie.

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