Tiere im Tierpark Bern trotzen der Sommerhitze
Über 30 Grad? Die Tiere im Tierpark Bern sind gut angepasst. Schatten, Wasser und Rückzugsorte helfen ihnen durch die Hitzetage.

Wie der Tierpark Bern mitteilt, steigen seit über einer Woche die Temperaturen vielerorts auf über 30 Grad. Wie ergeht es den rund 200 Tierarten im Tierpark Bern bei dieser Hitze?
Die gute Nachricht: Die meisten von ihnen sind bestens gewappnet – mit cleveren Anpassungen, die sie selbst zum Einsatz bringen.
Evolution als bester Schutz vor der Hitze
Ein Teil der Tierarten im Tierpark Bern lebt in den Aussenanlagen und stammt ursprünglich aus nordisch-europäischen oder einheimischen Regionen. Dort sind saisonale Temperaturunterschiede von 30 bis 40 Grad Celsius – oder mehr – keine Seltenheit.
Im Lauf der Evolution haben sich diese Tiere entsprechend angepasst: Im Winter schützt sie ein dichtes Winterfell auch vor grosser Kälte, im Sommer übernimmt ein leichteres Sommerfell die Funktion, Hitze auf Distanz zu halten.
Selbst entscheiden, was gut tut
Genauso wichtig wie das Fell ist die Möglichkeit, selbst zu wählen: Die Anlagen im Tierpark Bern sind so konzipiert, dass sie den Tieren ganzjährig verschiedene Komfortzonen – Schattenplätze, Sonnenplätze, Wasserstellen, Erdhügel oder Höhlen sowie Orte mit mehr Durchzug bieten.
So kann jedes Tier je nach Bedürfnis selbst entscheiden, ob es sich abkühlen oder lieber aufwärmen möchte, und sein natürliches Verhaltensrepertoire ausleben. Ebenso können die Tiere – im Gegensatz zu den arbeitenden Menschen – ihre Aktivitäten in die kühleren Tagesrandzeiten verlegen.
Wenn die Hitze sogar gut tut
Tatsächlich gibt es im Tierpark Bern auch Tierarten, denen die aktuellen Temperaturen entgegenkommen: Wärmeliebende Reptilien wie die kleinasiatische Bergotter, Schildkröten oder die Mauer- und Zauneidechsen verbringen heisse Tage ausgiebig sonnenbadend am Teichrand oder auf Steinen.
Auch bei den Wisenten zeigt sich Erstaunliches: Obwohl die Tiere ursprünglich aus kühleren Regionen Europas stammen, legen sie sich trotz ausreichend vorhandenem Schatten immer wieder in die pralle Sonne.
Wasser, Schatten und auch mal eine Dusche
Damit es den Tieren an besonders heissen Tagen gut geht, sorgt das Tierpflege-Team mit gezielten Massnahmen für zusätzliche Abkühlung: In vielen Anlagen stehen Teiche, Sprinkleranlagen oder fliessendes Wasser zur Verfügung – etwa beim Moschusochsen, der sich bei Bedarf selbst unter die Sprinkleranlage stellt oder ins kühlende Wasser legt.
Einigen Tiere, etwa im Kinderzoo, wird an besonders heissen Tagen zusätzlich eine Dusche zur Verfügung gestellt. Der Zugang zu Trinkwasser ist für alle Tiere selbstverständlich jederzeit sichergestellt.
«Glacé» vor allem zur Beschäftigung
Bekannt sind auch Bilder aus Zoos, in denen Futter in Eisblöcken in die Anlage gelegt wird. Auch im Tierpark Bern gibt es solche «Glacé»-Leckerbissen, etwa für Eisfüchse, Seehunde oder Bären.
Der Hauptgrund dafür ist allerdings weniger die Kühlung als die Beschäftigung: Die Tiere müssen warten, bis das Eis schmilzt, oder es aufbrechen, um an ihr Futter zu kommen. Die kühlende Wirkung ist ein willkommener Nebeneffekt.






