Wegen der schwachen Ernte im Vorjahr wird die Menge an Brotgetreide 2022 nicht für die Versorgung in der Schweiz ausreichen. Die Importe werden deshalb erhöht.
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Die schwache Ernte könnte sich in den Brotpreisen bemerkbar machen. - Pixabay

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Bund erlaubt ein Gesuch für mehr Getreideimporte.
  • Wegen der schlechten Ernte im Vorjahr fehlt es in der Schweiz an Brotgetreide.
  • Der Bedarf an Brotgetreide pro Jahr in der Schweiz wird auf 480'000 Tonnen geschätzt.

Aufgrund der schwachen Ernte im Vorjahr, wird die Brotmenge für die Schweiz nicht ausreichen. Der Bund erhöht deshalb die Importe, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Um eine Versorgung sicherzustellen, müsse das Importkontingent für dieses Jahr um 40'000 Tonnen erhöht werden. Das hatte die Swiss Granum beim Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) beantragt.

Diesem Antrag wurde nun stattgegeben, wie der Bundesrat am Mittwoch mitteilte.

Der Bedarf an Brotgetreide in der Schweiz beträgt 480'000 Tonnen im Jahr

Konkret wird mit einer Änderung der Agrareinfuhrverordnung das Zollkontingent Brotgetreide erhöht: 20'000 Tonnen werden Anfang Mai und je 10'000 Tonnen Anfang September und November freigegeben. Die aktualisierte Verordnung tritt am 1. Mai 2022 in Kraft.

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Wegen der witterungsbedingt schlechten Brotgetreideernte im vergangenen Jahr erhöht der Bundesrat das Importkontingent für Weizen, Roggen und Dinkel. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

Der Bedarf an Brotgetreide in der Schweiz beträgt rund 480'000 Tonnen im Jahr. Laut Swiss Granum fehlt es derzeit insbesondere an Dinkel- und Bio-Brotgetreide sowie an zwei Brotweizenklassen mit hoher Qualität.

Die Getreideernte fiel aufgrund des nassen Wetters im vergangenen Jahr rund 25 Prozent tiefer aus als im Durchschnitt. Trotz der Reserven und den Importen innerhalb des Zollkontingents von 70'000 Tonnen deck den Bedarf bis zur diesjährigen Ernte nicht. Das erklärte der Bundesrat. Im Mittel der Jahre deckt die inländische Produktion den Bedarf zu über 80 Prozent.

Mangel steht nicht im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg

Der Mangel stehe nicht im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine, betonte Swiss Granum. Auch bei einer Verschärfung des Kriegs sei die Versorgungssicherheit in der Schweiz durch die einheimischen Erntemengen sichergestellt.

Allerdings hat der Konflikt in der Ukraine einen Einfluss auf die Preise. Die gesamte Branche sei besorgt über die auf allen Stufen steigenden Kosten - beispielsweise für Energie oder Dünger. Die Getreidepreise hätten eine Höchstmarke erreicht, und die weitere Entwicklung sei aktuell nicht abschätzbar, hiess es.

Ende Juni will die Branche die Ernterichtpreise für das einheimische Brotgetreide festlegen. Diese bilden die Grundlage für die Vermarktung der Ernte. Konsumentinnen und Konsumenten könnten die höheren Getreidepreise in einem erhöhten Brotpreis zu spüren bekommen.

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