BP baut Schulden dank hoher Ölpreise schneller ab
Der britische Ölkonzern BP profitiert kräftig von den hohen Energiepreisen. Dank sprudelnder Einnahmen aus dem Handel mit Öl und Gas sowie dem Raffineriegeschäft kann das Unternehmen seine Schulden deutlich schneller abbauen als geplant.

Die Nettoverschuldung dürfte Ende September noch zwischen 13,5 und 14,5 Milliarden US-Dollar liegen, wie BP am Dienstag mitteilte. Ende Juni hatte sie noch 22,3 Milliarden Dollar betragen. Ursprünglich wollte der Konzern seine Schulden erst bis Ende 2027 auf 14 bis 18 Milliarden Dollar senken.
Hintergrund sind die stark gestiegenen Preise für Öl, Gas und Treibstoffe. Der Krieg im Nahen Osten und ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien haben das Angebot verknappt. Der Ölpreis liegt inzwischen bei über 100 Dollar je Barrel. Besonders stark verteuerten sich Treibstoffe wie Diesel. Davon profitieren Ölkonzerne wie BP, die Rohöl verarbeiten und mit Energie handeln.
Erneuerbare Energien im Hintergrund
BP erwartet für das dritte Quartal denn auch aussergewöhnlich hohe Erträge aus dem Raffineriegeschäft von 1,9 bis 2,1 Milliarden Dollar. Die durchschnittliche Raffineriemarge, also der Verdienst bei der Verarbeitung von Rohöl, stieg auf 46,70 Dollar je Barrel nach 29,60 Dollar im Vorquartal.
Die seit April amtierende Konzernchefin Meg O'Neill hat den Schuldenabbau zu einer ihrer wichtigsten Aufgaben erklärt. Gleichzeitig will sie die Kosten senken und BP wieder stärker auf das Öl- und Gasgeschäft ausrichten. Die bisherigen Ziele bei erneuerbaren Energien treten dabei in den Hintergrund. BP will seine neue Konzernstrategie am 15. Dezember in New York vorstellen.
An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an. Die BP-Aktie legte in London im Handel am Morgen um gut ein Prozent zu. JPMorgan-Analyst Matthew Lofting sprach von einem Wendepunkt beim Schuldenabbau.














