Die Erwartung unter Schweizer Ökonomen in Bezug auf die Wirtschaftsentwicklung hat sich im September nach einem Rücksetzer im Vormonat wieder deutlich erholt. Gleichzeitig spielen für neun von zehn Finanzanalysten Nachhaltigkeitskriterien eine Rolle.
Aktienkurs
Nach dem Rekordniveau von Juli liegt der PMI Industrie bei 68.1 Punkten. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der CS-CFA-Index, ein Stimmungsbarometer für die Schweizer Wirtschaft, kletterte im September um 33,5 Punkte.

Er liege mit einem Wert von 25,7 wieder klar im positiven Bereich, erklärte die Credit Suisse am Mittwoch.

Der Indikator zeigte damit über die Pandemie hinweg drei tiefe v-förmige Einbrüche. Diese verliefen parallel zu den drei Viruswellen.

Der Wirtschaftsausblick für die Eurozone und die USA entwickelt sich laut den befragten Analysten ähnlich zur Schweiz. Deutlich eingetrübt habe sich indes die Einschätzung für China. Gemäss zwei Drittel der Analysten könnte die Talsohle aber bereits erreicht sein.

Damit blieben die Analysten auch für die Exportaussichten der Schweiz optimistisch. Fast 60 Prozent der Befragten rechne damit, dass die aktuell gute Situation noch mindestens ein halbes Jahr andauern wird. Knapp 30 Prozent rechneten gar mit einer weiteren Verbesserung.

Die Arbeitslosenquote dürfte sich ebenfalls zumindest stabilisieren; laut einem Drittel der Umfrageteilnehmer wird sie weiter fallen.

Gestiegen sind die langfristigen Inflationserwartungen der Experten. Ihre Durchschnittsprognose für 2024 bis 2026 liege mit 1,4 Prozent deutlich über der Vorhersage der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Diese sagt für das zweite Quartal 2024 lediglich eine Teuerungsrate von 0,8 Prozent voraus.

Die Sonderfrage erhob im September die Einschätzungen der Analysten zum Thema ESG (Umwelt, Soziales, Governance). Sechs von zehn Umfrageteilnehmer gaben an, dass Vermögensverwaltungskunden die Berücksichtigung von ESG-Aspekten in allen Anlageentscheidungen erwarten würden. 30 Prozent der Kunden erwarteten dies nur in speziellen ESG-Produkten.

Gutes tun muss nicht unbedingt kosten: Ein Drittel der Kunden rechne gar damit, dass ESG-Investing zu höheren Renditen führt. Der grösste Teil der Befragten (50 Prozent) denkt immerhin, dass die Berücksichtigung von ESG-Aspekten keine Auswirkungen auf die Rendite der Anlagen hat.

Das grösste Risiko beim ESG-Investing bleibt gemäss Finanzanalysten die Einschränkung des Anlageuniversums, also die Knappheit an ESG-Anlageprodukten. Auch die Sorge um «Fashion Investing» sei ein grosses Problem.

An der jüngsten monatlichen Umfrage der CFA Society Switzerland und der Credit Suisse nahmen 39 Experten aus der Schweizer Finanzbranche teil. Sie wurde zwischen dem 16. und 23. September 2021 durchgeführt.

Mehr zum Thema:

Arbeitslosenquote Credit Suisse Umwelt