Bern-Belp will sich für elektrische Luftfahrt bereitmachen
Der Flughafen Bern-Belp will zum Hub für die elektrische Regionalluftfahrt werden. Das neuste Projekt ist die Strecke Bern-München, jedoch vorerst mit einem klassisch angetriebenen Propellerflugzeug, wie die Beteiligten am Dienstag bekanntgaben.

Die Luftfahrt stehe vor einem fundamentalen Wandel. Das sagte der Flughafen-CEO Urs Ryf anlässlich einer Präsentation vor den Medien und weiteren Interessierten in Bern-Belp. «Die Zukunft des regionalen Fliegens ist elektrisch.» In fünf bis zehn Jahren sei das die Realität, und für Regionalflughäfen sei es die Chance, sich neu zu definieren.
Das gelte auch für Bern-Belp. Der Flughafen wolle die notwendige Infrastruktur aufbauen, dazu gehöre die Lade- und Energieinfrastruktur und die lokale Produktion von Strom mittels Solaranlage, so Ryf.
Der Flughafen-Chef hofft, dass die Anlage 2029, zum 100-Jahr-Jubiläum, in Betrieb gehen kann. Er wolle Bern-Belp als Pionierin für eine nachhaltige Regionalaviatik positionieren, sagte Ryf.
Vorerst testen der Flughafen und das Startup Vini, ob die Strecke Bern-München rentabel betrieben werden kann. München war gemäss Ryf in der Vergangenheit die beste Destination für Bern-Belp. Als Flugzeug soll eine einmotorige Cessna mit bis zu neun Sitzplätzen zum Einsatz kommen.
Das Angebot kombiniert feste Flugzeiten mit Verbindungen, die sich an der tatsächlichen Nachfrage orientieren. Vorerst soll die mit klassischem Flugbenzin betriebene Cessna ab Anfang Juni jeweils montags und mittwochs am Morgen sowie freitags am Abend in Bern abheben, mit entsprechenden Rückflügen.
Vini wolle beweisen, dass die regionale Luftfahrt funktioniere und so bald wie möglich «die Brücke zu elektrisch betriebenen Flugzeugen schlagen», sagte Mitgründer Timo Zehetmayr.
Das Startup hat gemäss eigenen Angaben die Finanzierung für die kommenden 12 Monate gesichert.
Die Verbindung Bern-München sei eine gute und effiziente Alternative zur Bahn und Strasse, sagte Ryf. Das Projekt von Vini habe ihn überzeugt. Mit Blick auf die Vergangenheit von Tomislav Lang, dem Kopf hinter Vini, fügte Ryf an, Bern-Belp könne niemandem etwas verbieten, der etwas probieren wolle.
Lang war zwischenzeitlich Chef der Berner Airline Skywork, die 2018 groundete und danach in Konkurs ging. Mit der Pleite verlor der Flughafen Belp 60 Prozent aller Flüge und sein Ruf war arg ramponiert.










