Amazon-Aktie fällt trotz Umsatzplus und AWS-Boom
Amazon gerät unter Druck: Trotz kräftigem Umsatzwachstum und starkem Cloud-Geschäft belasten hohe Investitionen und negativer Cashflow die Aktie.

Die Amazon-Aktie ist nach Veröffentlichung der Quartalszahlen deutlich eingebrochen. Im nachbörslichen US-Handel am 29. Oktober verlor das Papier laut der «Cash» zwischen sechs und sieben Prozent.
Die «Tagesschau» berichtete sogar von einem Rückgang um rund acht Prozent. Im dritten Quartal 2026 erwirtschaftete Amazon einen Umsatz von 201,9 Milliarden US-Dollar.
Das entspricht einem Wachstum von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Umsatzwachstum wird auf 13 Prozent beziffert.
AWS wächst so stark wie seit 2021 nicht mehr, Gewinn je Aktie enttäuscht
Der Nettogewinn erreichte 20,7 Milliarden US-Dollar. Das Ergebnis je Aktie lag allerdings mit 1,89 US-Dollar unter den Analystenerwartungen von 1,97 US-Dollar.
Besonders dynamisch entwickelte sich die Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS). AWS steigerte seine Erlöse um 39 Prozent auf rund 46 Milliarden US-Dollar.

Damit erreichte das Cloud-Geschäft das höchste Wachstumstempo seit 2021. Der Auftragsbestand kletterte gleichzeitig auf 578 Milliarden US-Dollar.
Hohe Investitionen belasten die Amazon-Aktie
Entscheidend für die negative Börsenreaktion war die Entwicklung des freien Cashflows. Dieser fiel innerhalb der vergangenen zwölf Monate auf minus 42,4 Milliarden US-Dollar.
Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte Amazon noch einen positiven Wert von 14,8 Milliarden US-Dollar ausgewiesen. Die Investitionsausgaben stiegen im dritten Quartal auf 77,3 Milliarden US-Dollar.
Im Vorjahresquartal waren es lediglich 35,1 Milliarden US-Dollar gewesen. Der «Tagesschau» zufolge belasten insbesondere die hohen Kosten für den Bau neuer KI-Rechenzentren die Bilanz.
Schwache Prognose und Bruch der 200-Tage-Linie belasten Amazon-Aktie
Auch die Umsatzprognose für das vierte Quartal brachte wenig Entlastung. Amazon erwartet Erlöse zwischen 240 und 247 Milliarden US-Dollar.
Die Analystenschätzung lag mit rund 244,3 Milliarden US-Dollar innerhalb dieser Spanne. Auch aus charttechnischer Sicht verschlechterte sich die Situation.
Laut «boerse.de» fiel die Amazon-Aktie am 29. Oktober auf 203 Euro und unterschritt damit die 200-Tage-Linie bei 210,49 Euro.
Abwärtstrend bei Amazon verschärft sich
Der Kurs lag ausserdem unter den Durchschnittswerten der vergangenen 20, 38, 50 und 100 Handelstage. Diese lagen bei 226,94 Euro, 223,31 Euro, 223,16 Euro und 220,30 Euro.
Als nächstes technisches Kursziel nennt «boerse.de» das Sechsmonatstief vom 29. Juli bei 197,66 Euro. Gegenüber dem damaligen Kurs von 203 Euro entspricht dies einem rechnerischen Abwärtspotenzial von 2,63 Prozent.
Die enttäuschenden US-Unternehmenszahlen belasteten am 30. Oktober auch die asiatischen Aktienmärkte. Der japanische Nikkei 225 zwischen 2,3 und 2,4 Prozent, während der breiter gefasste Topix um 1,2 bis 1,3 Prozent nachgab.
Kospi und Chipwerte unter Druck
Besonders stark fiel der südkoreanische Kospi, der zwischen 3,48 und fünf Prozent verlor. Unter den Technologieunternehmen gerieten Advantest, Tokyo Electron, Samsung Electronics und SK Hynix unter Verkaufsdruck.
Nicht alle asiatischen Börsen verzeichneten Verluste, der Hang Seng in Hongkong legte zwischen 1,5 und 1,7 Prozent zu. Der Shanghai Composite gab dagegen leicht um 0,3 bis 0,9 Prozent nach.

Neben Amazon belastete auch der Chiphersteller Intel die internationalen Märkte. Obwohl der Umsatz im dritten Quartal um 21 Prozent auf 16,5 Milliarden US-Dollar stieg, enttäuschte die Prognose für das Schlussquartal.
Binance-Hack belastet Märkte – DAX gibt leicht nach
Zusätzliche Unsicherheit entstand durch einen schweren Sicherheitsvorfall bei der Kryptobörse Binance. Die «Cash» beziffert den geschätzten Gesamtschaden auf rund 6,3 Milliarden US-Dollar.
Binance und seine Partner konnten nach eigenen Angaben rund drei Milliarden US-Dollar der betroffenen Mittel sperren. Auch der deutsche Aktienmarkt verarbeitete die schwachen US-Unternehmenszahlen.
Laut der «Tagesschau» fiel der DAX am Vormittag des 30. Oktober um 0,2 Prozent auf 25'990 Punkte zurück. Trotz der Verluste lag der deutsche Leitindex zu diesem Zeitpunkt rund drei Prozent über seinem Stand zu Wochenbeginn.
















