Jungfraujoch

    1 Million Gäste: Hat es noch Platz auf dem Jungfraujoch, CEO Hammel?

    Im vergangenen Jahr kamen erneut etwas über eine Million Gäste auf das Jungfraujoch. Im Interview erklärt CEO Oliver Hammel den Ansturm.

    Jungfraujoch
    Im vergangenen Jahr kamen über eine Million Gäste auf das Jungfraujoch. Laut dem CEO der Jungfraubahnen gibt es trotzdem noch Potenzial. (Archivbild) - keystone

    Gegenüber der Nachrichtenagentur AWP nimmt Oliver Hammel, CEO Jungfraubahn-Gruppe, Stellung zum Ansturm aufs Jungfraujoch. Und zu möglichen Folgen der Brandkatastrophe in Crans-Montana für den Schweizer Tourismus.

    AWP: Im vergangenen Jahr kamen erneut etwas über eine Million Gäste auf das Jungfraujoch. Ist die natürliche Grenze erreicht – oder sehen Sie weiteres Potenzial?

    Oliver Hammel: Es gibt noch Potenzial in der Nebensaison von November bis März. Und mit Blick auf die Tageszeiten am frühen Morgen und am späteren Nachmittag. Unser Ziel ist es, über die gesamte Saison einen möglichst durchgängig ausgelasteten Betrieb zu haben. Ein Erfolgsbeispiel war zuletzt der US-Markt, bei dem wir trotz globaler Unsicherheiten deutlich zugelegt haben.

    AWP: Befürchten Sie nach den tragischen Ereignissen in Crans-Montana einen Imageschaden für den Schweizer Tourismus, von dem auch die Jungfrau Region betroffen wäre?

    Hammel: Das ist sehr schwierig abzuschätzen. Wir haben die Ereignisse mit grosser Betroffenheit verfolgt und beobachten die Situation genau. Ob daraus ein nachhaltiger Imageschaden entsteht, wird sich zeigen.

    Oliver Hammel
    Oliver Hammel, CEO Jungfraubahn-Gruppe. - zVg

    AWP: Sie sind letzten Sommer aus Thailand ins Berner Oberland gewechselt – ein Kulturschock?

    Hammel: Ich habe drei Jahre in Bangkok gelebt und dort den südostasiatischen Markt für DKSH betreut. Davor war ich zwölf Jahre in China. Ich bin und bleibe aber Schweizer. Es war für mich kein Kulturschock, sondern ein Heimkommen in eine wunderschöne und lebenswerte Region.

    AWP: Wie spürt die Jungfraubahn-Gruppe den Klimawandel?

    Hammel: Der Klimawandel hat vielfältige Auswirkungen auf unseren täglichen Betrieb. Wir überfliegen etwa den Aletschgletscher, der das Jungfraujoch bedeckt, regelmässig mit Drohnen. Und wir kartografieren ihn, um zu beobachten, wie sich Eis und die Oberflächenhöhe verändern. Mit steigenden Temperaturen gerät der Berg stärker in Bewegung, wie der Bergsturz in Blatten auf tragische Weise gezeigt hat. Mit Snowfarming versuchen wir, die Eis- und Schneeschicht auf dem Jungfraujoch zu erhalten.

    Jungfraujoch
    Insgesamt waren 2025 1,06 Millionen Gäste auf dem Jungfraujoch. - keystone

    AWP: Ihr Vorgänger Urs Kessler hat das Unternehmen über viele Jahre geprägt. Wie gross ist der Spielraum, um eigene Akzente zu setzen?

    Hammel: Es gibt Spielraum. Ein zentrales Projekt ist die Erneuerung der Firstbahn. Das Mitwirkungsverfahren ist bald abgeschlossen. Da ist die Gemeinde im Lead – es gingen rund 90 Rückmeldungen ein. Daneben gibt es kurzfristigere Projekte wie die Erneuerung der Luftseilbahn auf der Achse Lauterbrunnen-Grütschalp, die das Gästeerlebnis weiter verbessern soll.

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    Kommentare

    User #4663 (nicht angemeldet)

    Würde man ein Buchstaben im Wort Jungfraujoch ändern, wäre die Antwort Mathematisch viel einfacher---LOL LOL

    User #3197 (nicht angemeldet)

    In der Jungfrauregion sind Skifahrer und Einheimische ein Störfaktor. Da war es mal schön, jetzt ist es nur noch Geldmacherei ohne Rücksicht auf Verluste.

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