«Mass-Voll» ist eine neue Jugendbewegung in der Schweiz, welche sich gegen Corona-Massnahmen wehrt. Ein Gastbeitrag von Nicole Ruggle (SVP).
Nicole Ruggle SVP
Gastbeitrag von Nicole Ruggle (SVP) zur betroffene Generation und der Bewegung «Mass-Voll». - zVg
Ad

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Jugendbewegung gegen die Corona-Massnahmen hat sich formiert: «Mass-Voll».
  • «Mass-Voll» soll eine Stimme für die Jugend während Corona sein.
  • Studentin Nicole Ruggle (SVP) schreibt über die betroffene Generation und die Bewegung.

Um den Jungfreisinnigen Nicolas A. Rimoldi hat sich eine neue Jugendbewegung formiert. Sie nennt sich MASS-VOLL. Das Wortspiel ist eine Anspielung auf die beliebte Redewendung, dass die Grenze des Akzeptablen nun endgültig erreicht sei.

Die Bewegung versteht sich als politisch unabhängig, gewaltlos, evidenzbasiert und distanziert sich ausdrücklich von Verschwörungstheorien. Sie soll eine repräsentative Stimme der Jugend sei, die sich seit nun mehr als einem Jahr massiv einschränken muss und von den erheblichen Opfern verlangt wurden. Darum fordert diese jetzt mehr Selbstbestimmung.

Zukunft einer ganzen Generation

Es geht dabei nicht einfach um den Verzicht aufs simple Partymachen, sondern um die Zukunft einer ganzen Generation, die nachhaltige Schäden davontragen wird. So wird auf den Fakt verwiesen, dass zukünftig bis zu 20'000 Lehrstellen fehlen werden. Und diejenige, die eine Lehre oder ein Studium absolvieren können, werden danach möglicherweise keine Stellen mehr im Gastgewerbe, Tourismus oder Detailhandel finden.

Mass-Voll Banner.
Jugendbewegung «MASS-VOLL!». - zVg

Zusätzlich müssten die Coronajahr-Abgänger mit berufserfahrenen Erwachsenen konkurrieren, was ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zusätzlich verschlechtere. Gross ist ebenfalls das Risiko, dass sie aufgrund fehlender Abschlussprüfungen von Unternehmen eher ausgesiebt werden. «Der Jugend wird die Zukunft geraubt», konstatiert Carla Wicki, Co-Präsidentin der Bewegung.

Weiter wird auf die psychischen und seelischen Schäden der durch die Exekutive beorderten Massnahmen verwiesen. Kameradschaft, Freundschaften und Beziehungen fielen ebenso weg wie die LAP- oder die Maturabschlussfeier – und dies, obwohl Junge gesundheitlich am wenigsten gefährdet seien.

Jugend psychisch am Anschlag

Viele seien zudem psychisch am Anschlag, litten unter Depressionen oder vereinsamten. Fast jede/r dritte 14-24-Jährige zeige schwere depressive Symptome, die Suizidgefahr wachse.

Mass-Voll Team coronavirus
Das Kernteam von «MASS-VOLL». Die Gruppe wehrt sich gegen die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus. - zVg

Keine aus der Luft gegriffene Fakten. Anfangs 2021 folgte in den Medien Schreckensmeldung auf Schreckensmeldung: Das Züricher Kinderspital meldet ein Höchstmass an Verdachtsfällen auf Kindesmisshandlung. Dabei fällt der Verdacht zum grössten Teil auf körperliche oder sexuelle Misshandlungen. Jugendpsychiatrien verzeichnen vielerorts Vollbelegung, psychiatrische Einrichtungen haben alle Hände voll zu tun. Seit Ausbruch der Pandemie hat sich die Zahl der Depressionen versechsfacht.

«Das Mass ist voll! Die Jugend fordert ihre Freiheit, ihre Zukunft und ihr Leben zurück», lautet das Credo der aufbegehrenden Jungen. Nach nicht mal einem Tag hatte die Bewegung bereits mehr als 1000 Unterstützer. Es sollen noch mehr werden.

Zur Autorin: Nicole Ruggle ist Mitglied bei der SVP und studiert an einer technisch-wirtschaftlichen Fachhochschule. Sie vertritt in diesem Text aber ihre persönliche Meinung.

Mehr zum Thema:

Arbeitsmarkt Depressionen Anschlag Coronavirus SVP