Kovic: «Nur der Wille fehlt Trump noch, damit USA Diktatur wird!»

Marko Kovic
Marko Kovic

Flawil,

«Falls wir Donald Trump überleben, werden alle sagen, dass es nur halb so schlimm war», schreibt Marko Kovic in seiner neuesten Kolumne.

Marko Kovic
Marko Kovic schreibt regelmässig Kolumnen auf Nau.ch. - zVg

Das Wichtigste in Kürze

  • Der bekannte Sozialwissenschaftler Marko Kovic schreibt regelmässig Kolumnen auf Nau.ch.
  • Heute schreibt Kovic darüber, wie die USA bald aussehen könnten.
  • Kovic erklärt dabei eindrücklich die Banalität des Bösen.

Die USA werden gegenwärtig in einen Unrechtsstaat umgebaut. Präsident Donald Trump hat in autokratischer Manier verkündet, dass die einzige Grenze seiner Macht seine eigene Moral sei.

Noch ist das Ziel nicht erreicht, aber die Entwicklung schreitet mit grossen Schritten voran.

Banalität des Bösen

Die Wahrscheinlichkeit, dass Trump und seine Regierung es schaffen, die USA in eine Diktatur umzubauen, ist hoch. Das Einzige, was dazu nötig ist, ist der Wille, es zu tun.

Das ist die Banalität des Bösen: Es ist ausgesprochen einfach, Demokratie zu beenden.

Falls Trump scheitert und sich die amerikanische Demokratie erholt, werden wir aber kaum etwas daraus lernen.

Denn: Politische, wirtschaftliche und kulturelle Eliten werden rückblickend verharmlosen, was passiert ist.

Das ist das Böse als Banalität: Die Erinnerung an Katastrophen verblasst sehr schnell. Sie wird ersetzt durch den irrationalen Glauben, dass am Schluss immer alles gut kommt.

Der Zustand des Zerfalls

Die Trump-Regierung schickt bewaffnete Schlägertrupps der Behörde ICE in politisch unliebsame Städte, um die Bevölkerung einzuschüchtern und Eskalationen zu provozieren.

ICE
Die ICE führt in den USA gewaltsame Razzien durch. - keystone

Egal, wie viele Menschen ICE verprügelt oder umbringt: ICE-Angehörige geniessen gemäss der Trump-Regierung «absolute Immunität». Ein Status, den es in Ländern mit intakter Rechtsstaatlichkeit nicht gibt.

Illegaler Umsturz in Venezuela – was passiert in Grönland?

Aussenpolitisch wütet Trump in imperialistischer Manier, wie ihm beliebt.

In Venezuela führten die USA einen illegalen Umsturz durch und behielten die bestehende Diktatur als Marionetten-Regierung an der Macht.

Es ging nur, wie Trump ein ums andere Mal erklärte, um Venezuelas Öl, das nun Trumps Öl ist. Die ersten 500 Millionen Dollar, die die Trump-Regierung mit venezolanischem Öl verdient hat, wurden weitgehend oder komplett in Katar deponiert. Nur Trump hat Zugriff auf das Geld.

Donald Trump
Donald Trump verfolgte die Operation in Venezuela in Echtzeit mit. Es sei gewesen «wie eine Fernsehsendung zu schauen». - keystone

Donald Trumps imperialistischer Hunger ist aber bei Weitem noch nicht gestillt. Als nächstes steht Grönland auf dem Menüplan.

Der Korruption keine Grenzen gesetzt

Trumps Regime ist autoritär und imperialistisch. Vor allem aber ist es eine Kleptokratie.

Der Trump-Clan hat sich mit der Präsidentschaft bereits über drei Milliarden Dollar ergaunert. Der Korruption sind keine Grenzen gesetzt.

Es kann ein privates Flugzeug für 150 Millionen Dollar aus Katar sein. Es können Schrott-Produkte wie Trump-Turnschuhe, Trump-Uhren oder Trump-Smartphones sein. Smartphones, die – anders als beworben – nicht in den USA hergestellt werden.

Ein Spezialgebiet der Trump-Korruption sind die Kryptowährungen.

Gegen den Milliardär Justin Sun beispielsweise liefen in den USA Ermittlungen wegen Betrug. Als Trump an die Macht kam, «investierte» Sun 90 Millionen Dollar in Trumps Kryptowährungen – und die Trump-Regierung stellte umgehend alle Ermittlungen gegen Sun ein.

Es muss aber nicht zwingend Krypto sein. Wenn man als verurteilter Krimineller begnadigt werden will, kann man auch einfach ein paar Millionen Dollar an Trumps «Wahlkampforganisation» spenden. Schon ist man auf freiem Fuss.

Enthemmte Propaganda

Die Lügen und die Propaganda, die die Trump-Regierung streut, sind in ihrer schieren Unsinnigkeit gewaltig.

Der Arzt Mehmet Oz, der Teil des Trump-Kabinetts ist, erklärte unlängst, er habe noch nie einen über 70-Jährigen gesehen, der so viel Testosteron wie Trump habe.

Das ist ein Niveau an absurder Propaganda, wie wir es aus Nordkorea kennen.

Trump lässt sich auch gerne öffentlich von Leuten feiern, die sich ihm theatralisch vor die Füsse werfen. Zum Beispiel Fifa-Präsident Gianni Infantino, der Trump in einem irrwitzigen Akt der Huldigung mit einem eigens für Trump erfundenen Fifa-Friedenspreis beglückte.

Infantino Trikot Donald Trump
Gianni Infantino überreicht Donald Trump nicht nur ein Trikot. - Keystone

Eine andere Figur, die vor Trump den öffentlichkeitswirksamen Bückling machte, ist die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado. In einem Demütigungsritual überreichte sie Trump ihren Nobelpreis, den sie 2025 erhielt.

Wohl in der Hoffnung, dass Trump sie als neues Oberhaupt seiner Marionetten-Regierung in Caracas einsetzt. Es ist alles so grotesk, dass es wie aus einer satirischen Komödie wirkt.

Donald Trump in guter Gesellschaft mit Goebbels

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Nobelpreis als Geschenk an einen Politiker weitergegeben wird. 1943 schenkte der Norweger Knut Hamsun seinen Literatur-Nobelpreis dem Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels. Trump ist in guter Gesellschaft.

Ein zentraler Propaganda-Vektor der Trump-Regierung ist Social Media: Auf Social Media verbreitet die Trump-Regierung unablässig rechtsextreme und neonazistische Botschaften.

Wenn die Trump-Regierung von einem Amerika nach 100 Millionen Deportationen schwärmt, ist klar, dass damit nicht nur illegale Migranten gemeint sind. Es gibt nur rund 15 Millionen illegale Migranten in den USA.

Migranten vergiften das Blut der Nation

Die Botschaft ist natürlich eine andere: Die USA finden zu einer Idylle, sie werden wieder «great», wenn ethnische Säuberung durchgeführt wurde.

Oder in Trumps Worten, die an Hitler angelehnt sind: Migranten vergiften das Blut der Nation. Darum ist es nur folgerichtig, dass das Blut der Nation gereinigt werden muss. Die Trump-Regierung ästhetisiert faschistische Politik sehr wirksam.

Politiker sind schlimmer als die meisten Menschen; Trump ist schlimmer als die meisten Politiker.

Verurteilter Betrüger und Vergewaltiger

Zu alledem kommt noch Trumps allgemeine Persönlichkeitsstruktur hinzu. Auch wenn wir Trumps Politik und Korruption für den Moment ausblenden, sind Er und sein Umfeld für ein hohes politisches Amt eklatant ungeeignet.

Trump ist ein verurteilter Betrüger und Vergewaltiger, der mindestens ein Jahrzehnt lang enger Vertrauter von Jeffrey Epstein war.

Jeffrey Epstein
Donald Trump und Jeffrey Epstein waren eng befreundet. - X / @joncoopertweets

Die innige Freundschaft endete erst wegen eines Streits um eine Immobilie. Trump wusste um Epsteins Machenschaften und war mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst in pädokriminelle Aktivitäten verwickelt.

Man kann kritisieren, dass alle Menschen, die politische Macht wollen, einen etwas fragwürdigen moralischen Kompass haben.

Es gibt beispielsweise Evidenz, dass politische Ambition mit der dunklen Triade korreliert: Wer in die Politik will, ist machiavellistischer, narzisstischer und psychopathischer als Menschen ohne politische Ambitionen.

Schlimmer als die meisten Politiker

Aber auch, wenn wir akzeptieren, dass alle Politiker moralisch suspekt sind, weicht Trump um mehrere Standardabweichungen vom Durchschnitt der Politiker ab. Politiker sind moralisch vielleicht schlimmer als die meisten Menschen. Trump ist aber schlimmer als die meisten Politiker.

Unabhängig davon, was für subjektive politische Präferenzen man hat, ist es eine moralische Katastrophe, dass ein Mensch wie Trump so viel Macht hat. Die einzige Grenze von Donald Trumps Macht ist, wie er erklärt, seine eigene Moral. Aber er hat keine Moral.

Was glaubst du: Wird die USA zu einer Diktatur?

Zerfall ist noch nicht abgeschlossen

Das alles ist nur eine sehr knappe Rekapitulation des aktuellen Zustands des autokratischen Zerfalls der USA. Der Zerfall ist noch nicht abgeschlossen.

Ich sehe gegenwärtig nicht, wie er aufgehalten werden könnte. Die Entwicklung ist zu schnell und zu umfassend.

Aber vielleicht kommt es am Ende doch gut.

Vielleicht kühlt die politische Situation in den USA wieder ab und es kehrt so etwas wie demokratische Stabilität ein. In zehn, fünfzehn Jahren wird es vielleicht wieder unvorstellbar sein, dass ein Präsident Krypto-Betrugsmaschen durchführt. Dass er sich offen von Kriminellen bestechen lässt. Und dass er sich als unlimitierter Machthaber proklamiert.

Wie konnte es überhaupt so weit kommen?

Wie konnten die USA und damit de facto grosse Teile der Welt in diesen autoritären Fieberwahn geraten? Die Antwort ist unbefriedigend. Es gibt keine einzelne grosse Anomalie, die abnormal ist und jetzt ausnahmsweise auftritt.

Es ist umgekehrt: Demokratische Ordnung ist die Anomalie. Demokratie ist nicht die Regel, sondern die Ausnahme. Demokratie ist zerbrechlich. Sie zerbricht, wenn genug Menschen wollen, dass sie zerbricht.

Demokratie und Zivilisation abzubauen, ist einfach

Es ist sehr schwierig, Demokratie und Zivilisation aufrecht zu erhalten. Es ist sehr einfach, Demokratie und Zivilisation abzubauen.

Oder, in provokativer Anlehnung an den Ausdruck, den Hannah Arendt geprägt hat: Das Böse ist banal einfach realisierbar.

Die Banalität des Bösen: Demokratie lässt sich leicht beenden

Die autokratische Wende in den USA hat vier zentrale Faktoren oder Mechanismen.

Mechanismus 1: Ideen haben Konsequenzen. Trump selbst glaubt an nichts. In seinem Umfeld gibt es aber ideologische Fanatiker, die eine Diktatur herbeiführen wollen.

Wichtige Akteure sind zum Beispiel Stephen Miller, Trumps stellvertretender Stabschef und informeller Propagandaminister. Oder auch Vizepräsident J. D. Vance. Vance wird bisweilen vorgeworfen, ein opportunistischer Wendehals zu sein.

JD Vance
JD Vance. - keystone

Er hat sich ideologisch aber im Dunstkreis des antidemokratischen Milliardärs Peter Thiel und des reaktionären Philosophen Curtis Yarvin radikalisiert.

Wenn es ideologische Fanatiker gibt, die die Welt verändern wollen, und wenn sie keine Hemmungen haben, bestehende Normen und Tabus zu brechen, machen sie es. Ideen haben Konsequenzen.

Die Grenzen des Denkbaren, des Sagbaren, des Machbaren sind lediglich soziale Konventionen, die durch Ideen verändert und gebrochen werden können.

Mechanismus 2: Das Grosskapital schlägt sich auf Trumps Seite. Mehr oder weniger die gesamte Wirtschaftselite der USA ist dezidiert auf Trump-Kurs.

Auch vermeintlich linke Tech-Oligarchen wie Mark Zuckerberg, Jeff Bezos, Sundar Pichai oder Bill Gates haben mit Begeisterung den Kniefall vor Trump gemacht.

zuckerberg roter teppich auftritt
Mark Zuckerberg: Er profitiert von Trump. - keystone

Der Grund ist offensichtlich: Sie profitieren von Trump. Weniger Steuern, weniger Regulierung, mehr Umverteilung von unten nach oben. Das ist das, was sie immer wollten – und wonach sie sich immer richteten.

Mechanismus 3: Wirtschaftliche Abstiegsängste. Rechtspopulistische Akteure profitieren von ökonomischem Strukturwandel.

Entwicklungen, die gemeinhin als «Globalisierung» beschrieben werden (Deindustrialisierung, Liberalisierung der Märkte) können Teile der Bevölkerung materiell benachteiligen. Oder, was noch wichtiger ist: Sie schaffen Abstiegsängste und das Gefühl, abgehängt zu sein. Auch dann, wenn es den Betroffenen materiell eigentlich gut geht.

Rechtspopulisten greifen diese Ängste auf und liefern einfache, demagogische Antworten (die Migranten sind schuld).

Mechanismus 4: Propaganda funktioniert. Lügen und emotionale Botschaften sind wirksame Mittel, um grosse Teile der Bevölkerung zu manipulieren. Menschen sind grundsätzlich irrational.

Das Trump-Regime bedient Irrationalität sehr wirksam. Direkt über eigene Regierungsangehörige, über Social Media, über Propaganda-Sender wie Fox News, über Podcaster und Influencer wie Joe Rogan.

Der politische Diskurs unter Trump ist, nicht nur in den USA, zu puren, primitiven Stimuli degeneriert. Es geht nur noch um Gefühle und «Vibes». Strukturell funktioniert solche Stimulation heute besser denn je.

Der öffentliche Diskurs befindet sich in einem epistemischen Kollaps, der Zerstörung von Wissensstrukturen. Sowohl auf Social Media als auch in klassischen Medien dominiert Krawall, denn im Wettbewerb um Aufmerksamkeit ist Krawall die wirksamste Strategie.

Es ist trivial einfach geworden, Millionen von Menschen zu propagandisieren. Das Einzige, was dazu nötig ist, ist der Wille, es zu tun.

Wie also konnte Trump passieren?

Wie konnten sich die USA von einer unfertigen Demokratie zu einem hybriden Regime und vielleicht, wenn Trumps Pläne aufgehen, zu einer lupenreinen Diktatur wandeln?

Die Antwort ist letztlich die gleiche, die sie nach antidemokratischen Umbrüchen immer ist: Sie haben es einfach gemacht. Demokratie lässt sich leicht beenden.

Das Böse als Banalität: Im Nachhinein wirkt alles halb so schlimm

Menschen neigen dazu, zu glauben, dass die Welt inhärent zu Ordnung und Gerechtigkeit und Fortschritt neigt.

Mal geht es bergauf, dann wieder bergab, aber insgesamt wird die Welt besser. Es gibt viele schlaue (beispielsweise Francis Fukuyamas «The End of History and the Last Man») und weniger schlaue (Steven Pinkers «Enlightenment Now») Bücher zu dieser These des Fortschritts.

Es gibt keine Garantie

Das ist leider eine Illusion. Menschen sind fähig, eine Welt zu schaffen, die bessere Leben ermöglicht.

Sie sind aber auch fähig, das Gegenteil zu tun. Es gibt keine Garantie, dass Verbesserung immer der Trend ist, der uns in Zukunft erwartet.

Zivilisatorischer Rückschritt ist nicht die Folge aussergewöhnlicher, extremer Ereignisse, die nur ausnahmsweise in ganz bestimmten seltenen Konstellationen auftreten.

Zivilisatorischer Rückschritt ist banal einfach erreichbar. Das Trump-Regime wurde Realität, weil Menschen daran glaubten, weil sie es wollten, weil sie es machten.

Wenig Selbstreflexion übrig

Falls Demokratie wieder Fuss fasst und «Trumpismus» dereinst der Vergangenheit angehören sollte, wird sich die Banalität des Bösen auf eine weitere Art zeigen: Alles wird weitgehend ohne Konsequenzen bleiben.

Die demokratiefeindlichen Auswüchse der Trump-Zeit werden in der kollektiven Erinnerung der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Eliten rasch verblassen.

Einige von ihnen, die Trump heute noch lautstark unterstützen, werden rückblickend vielleicht sagen, dass sie natürlich immer schon gegen einige besonders frappante Eskapaden waren.

Es wird insgesamt aber wenig Selbstreflexion geben. Und noch weniger analytisch seriöse Aufarbeitung des Geschehenen.

Bush
George W. Bush feiert 2001 seine Vereidigung. - keystone

Keine Rechenschaft abgelegt

Die Regierung von George W. Bush hat die Welt mit dem «Krieg gegen den Terror» ins Chaos gestürzt.

Aber kein Mitglied der Bush-Regierung musste für die Katastrophe in irgendeiner Form Rechenschaft ablegen. Heute gilt Bush als ein ganz normaler ehemaliger Politiker.

Die Katastrophe seiner Präsidentschaft ist heute kaum noch Gegenstand des öffentlichen Diskurses. Bush wird bisweilen als quirliger Tollpatsch, der gerne lustige Gemälde malt, verniedlicht.

Ein anderes Beispiel ist Henry Kissinger. Kissinger war einer der grössten Kriegsverbrecher der Nachkriegszeit. Er verursachte den Tod von Millionen Menschen.

Kissinger
Henry Kissinger (rechts) im Gespräch mit US-Präsident Richard Nixon. - keystone

Aber weder Kissinger noch andere Angehörige aus den Nixon- und Ford-Regierungen mussten für ihre Verbrechen Rechenschaft ablegen.

Als Kissinger 2023 starb, überboten sich Politiker von links bis rechts mit hagiografischem Lob. Olaf Scholz beklagte, dass die Welt einen «besonderen Diplomaten» verliere.

Emmanuel Macron beschrieb Kissinger überschwänglich als «Giganten der Geschichte».

Katastrophen von gestern interessieren niemanden mehr

Die Banalität des Bösen besteht einerseits darin, dass es sehr einfach ist, Zivilisation rückgängig zu machen. Alles, was dazu nötig ist, ist der Wille, es zu tun.

Am anderen Ende der Entwicklung, wenn der Schaden angerichtet ist, besteht die Banalität des Bösen retrospektiv auch darin, dass die Eliten in Politik, Wirtschaft und Kultur das Böse als blosse Banalität erachten.

Die Katastrophen von gestern interessieren niemanden mehr, denn sie liegen ja hinter uns. Und die Katastrophen von gestern müssen letztlich eh nur halb so schlimm gewesen sein, denn wir haben sie ja überstanden.

In Wahrheit hatten wir einfach Glück

Vielleicht waren es darum gar nicht so negative Entwicklungen. Die Welt wird unter dem Strich immer besser. Der Status Quo ist alles in allem gut. Wir brauchen nichts zu verändern.

Dieser Irrglaube ist eine fatale Form des «Survivorship Bias».

Der Umstand, dass wir in der Vergangenheit ein Risiko überstanden haben, lässt uns glauben, dass das Risiko nicht so gross gewesen sein kann. Und dass am Schluss eben doch alles gut kommt.

In Wahrheit hatten wir aber einfach Glück. Und Glück hält nicht ewig.

Zum Autor

Marko Kovic ist Gesellschaftskritiker. Er interessiert sich für gesellschaftlichen Wandel und die Frage, ob wir noch zu retten sind. Er lebt in Uzwil SG.

Kommentare

User #3122 (nicht angemeldet)

Kovic ist zusammen mit Koch die journalistische Speerspitze von nau

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