Sam Urech (36) aus dem Zürcher Oberland ist Halleluja-Kolumnist. Er schreibt auf Nau.ch das Wort zum Freitag.
Sam Urech Donald Trump
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Eigentlich verrückt, dass man in der grössten Krise seit dem 2. Weltkrieg ausgerechnet diejenigen Orte schloss, die am meisten zum Wohlbefinden der Bevölkerung beitragen: Die Freikirchen.

Aber da man sich auch beim Beten und Singen mit einem Virus anstecken kann, lag es wohl auf der Hand, neben Fussballstadien und Beizen ebenso Gotteshäuser zu verriegeln.

Nach zehn Wochen Livestream-Kirche auf dem eigenen Sofa ist nun Gott Lob der Spuk bald zu Ende.

Etwas Geduld braucht es: An diesem Pfingstweekend sind die Auflagen noch so stark, dass viele Kirchentüren geschlossen bleiben.

Hoffentlich darf bald gesungen werden

Ab dem 6. Juni sollen mit Einschränkungen wieder Treffen von bis zu 300 Personen möglich sein. Einige Auflagen tun dabei mehr weh, andere weniger.

Dass zum Beispiel das Weihwasserbecken vorerst leerbleibt, kratzt mich als Freikirchler nur bedingt. Natürlich wünsche ich aber allen katholischen Freunden diesbezüglich viel Geduld.

Dass wir derweil aus Sicherheitsgründen noch nicht singen dürfen, ist bitter. Na, dann summen wir halt.

Ich liebe meine Freikirche

Vielleicht fragen Sie sich, warum ich gerne in die Kirche gehe. Ich liebe meine Kirche, weil ich mich hier zuhause fühle. Hier treffe ich Freunde, Bekannte, sympathische und weniger sympathische Menschen.

Hier werde ich herausgefordert, ermutigt, berührt, provoziert. Hier wird gelacht, manchmal geweint. Hier wird gesungen (gesummt!), getanzt, fein gegessen, schlicht eine schöne Zeit verbracht.

Freikirche
Die FEG in Wetzikon. (Ein Bild vor Corona und noch ohne Schutzmassnahmen) - zVg

Ich bin kein besserer Christ, wenn ich in die Kirche gehe und bin Gott da auch nicht näher als zuhause. Aber es tut dennoch gut, sich mit anderen Christen zu treffen und Gott zu feiern.

Ein Sonntag ohne Gottesdienst in meiner Freikirche? Da fehlt in meinem System etwas gänzlich Systemrelevantes.

Sind für Sie Kirchen systemrelevant?

Feiern mit Bebbi-Fans

Anhand von einem Beispiel versuche ich, meine Liebe zu meiner Kirche zu erklären: Nehmen wir mal an, Sie wären FC Basel-Fan, was ich nicht für Sie hoffe.

Sie sind 7 x 24 Stunden lang Fan, oder nicht? Sie lesen auf Nau.ch alle FCB-News, folgen Jonas Omlin auf Instagram, schlafen vielleicht sogar in Bebbi-Bettwäsche.

Aber dann, ja dann kommt der Spieltag und es zieht Sie in den St. Jakob-Park. Sie lieben es, weil Sie da mit vielen anderen Basel-Fans ihrem Klub zujubeln können. Freude und Leid teilen mit Gleichgesinnten.

Sind Sie im Stadion ein besserer Fan als zuhause? Ich glaube nicht. Können Sie auch FCB-Fan sein, ohne, dass Sie jemals ins Stadion gehen? Natürlich.

Der persönliche Glaube

Genauso ist es auch als Christ. Die Kirche ist nicht matchentscheidend, sondern der eigene persönliche Glaube.

Und doch ist die Kirche für mich ein wunderbarer und wichtiger Ort. Ich freue mich sehr darauf, dass die Türen endlich wieder aufgehen.

PS: Falls Sie einen Kommentar schreiben möchten, dürfen Sie das gerne tun. Für Fragen an mich bitte ich Sie, mir ein Email (sam@hiSam.ch) zu senden.

Zum Autor:

Sam Urech ist 36-jährig, verheiratet, Vater von zwei Buben, hat viele Jahre beim Blick als Sportjournalist gearbeitet und ist heute Inhaber der Marketing Agentur «RatSam».

Sam liebt seine Familie, Guinness, Fussball, Darts, den EHC Wetzikon, Preston North End und vor allem Jesus Christus. Sam schreibt wöchentlich auf Nau.ch über seine unverschämt altmodischen Ansichten. Hier finden Sie alle seine Halleluja-Kolumnen.

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