Frauen sollten sich nicht nach links verbiegen, findet Christina Bachmann-Roth. Sie kandidiert fürs Präsidentinnenamt der Mitte-Frauen. Ein Gastbeitrag.
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Christina Bachmann-Roth, Mitte-Politikerin - zvg

Das Wichtigste in Kürze

  • Christina Bachmann-Roth will Präsidentin der Mitte-Frauen werden.
  • Im Gastbeitrag erklärt sie, wieso die Zeit reif ist für eine Frauenbewegung aus der Mitte.

Ich sehe grosses Potenzial für «die Mitte» bei Frauen zwischen 25 und 40 Jahren. Warum? Frauen werden in diesem Alter oft politisch aktiv, weil sie sich für einen festen Wohnort entscheiden und darüber nachdenken, eine Familie zu gründen. Hier treten viele Probleme zutage und es entsteht der Wunsch nach einer ausgewogenen, verbindenden Politik, welche den Frauen Gerechtigkeit verschafft.

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Tausende Frauen marschierten am Tag des Frauenstreiks Mitte Juni auch für bessere Bedingungen bei der Kinderbetreuung durch die Innenstadt. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE

Die Zeit ist reif für eine neue Frauenbewegung aus der Mitte. Eine Frauenpolitik, die pragmatisch, lösungsorientiert und mehrheitsfähig ist. Wir Mitte-Frauen überlassen die Frauenthemen heute zu stark der politischen Linken. Ich bin jedoch überzeugt, dass wir nur aus der Mitte glaubwürdige Lösungen entwickeln können, welche für Unternehmen und für die Gesellschaft gewinnbringend sind.

Wir machen Mitte Politik für die Frauen unserer Zeit, welche

- in der Wirtschaft genauso verankert sind wie in der Familie,

- für realpolitische und nicht für utopische Gleichberechtigung der Frauen einstehen,

- nicht bloss Ansprüche stellen, sondern Verantwortung übernehmen wollen – ja sogar, wenn es um Wehrpflicht und Rentenalter geht

Wir wollen Brücken bauen

Im Oktober entscheiden die CVP-Frauen, ob ich ihre neue Präsidentin werden und Marie-France Roth Pasquier mich als Vizepräsidentin unterstützen darf.

Erhalten wir den Zuspruch, möchten wir eine Brücke zwischen der Romandie und der Deutschschweiz sowie zwischen der urbanen und der ländlichen Bevölkerung schlagen.

Ich bin auf dem Land in einer Unternehmerfamilie aufgewachsen, lebe heute mit meinem Mann und unseren vier Kindern in der Stadt Lenzburg. Wir vereinbaren Beruf und Familie partnerschaftlich.

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Christina Bachmann-Roth will Präsidentin der Mitte-Frauen werden. - zvg

Linke Frauenpolitik sieht oft nur die Bedürfnisse der Städterinnen. Wir müssen unbedingt auch die Anliegen von Bäuerinnen und Landfrauen aufs Tapet holen.

Nicht einfach nur Subventionierung durch den Staat, sondern durchaus auch Eigenverantwortung – aber zu fairen Bedingungen – gleicher Lohn, flexible Arbeitszeit, Tagesschulen, Aufwertung der Hausarbeit.

Mit Herzblut und Freude

Die Arbeit als Präsidentin der CVP-Frauen ist ein Knochenjob. Es gibt viele Kantone, die keine CVP-Frauenpartei mehr führen. Wir brauchen Strukturen und wir müssen uns Gesicht und Profil geben.

Wir brauchen ein Team, das schlagkräftig agiert und vor allem wollen wir Politik machen für die relevanten Themen von heute und morgen wie zum Beispiel die Altersvorsorge, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Gesundheitspolitik. Ich bringe Energie, Kapazität und grosse Freude mit, dies anzupacken.

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Christina Bachmann-Roth ist motiviert für die neue Aufgabe. - zvg

Gemäss «WEF Gender Gap Report 2021» wird es noch 135 Jahre dauern, bis Frauen gesellschaftlich, politisch und im Wirtschaftsleben den Männern gleichgestellt sind. Das darf uns aber nicht entmutigen! Gleichberechtigung ist ein Kraftakt. Wir engagieren uns mit Herzblut und gleichzeitig gilt es, gelassen zu bleiben und Meilensteine zu feiern.

Zur Autorin: Ich bin Mutter von Kleinkindern, Betriebsökonomin, Geschäftsführerin und Politikerin. Meine Wahl wäre ein grossartiges Zeichen, dass wir in der Mitte Frauen dazu befähigen, Familie, Beruf und Politik zu verbinden.

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