Zürich: Velo-Route sorgt für Ärger bei Anwohnenden
Kontroverse: Die geplante Velovorzugsroute zwischen Triemli und Giesshübel sorgt für Widerstand. Anwohnende kritisieren die Streckenführung.

Vor allem zwei Punkte stossen den Anwohnenden sauer auf: Die neue Velovorzugsroute soll durch die Binzallee führen, wo sich Velofahrende und Fussgänger künftig den Platz teilen müssten. Zudem sollen entlang des Döltschiwegs Parkplätze verschwinden.
Am Montag stellten die Stadträtinnen Karin Rykart und Simone Brander das 3,1 Kilometer lange Projekt an einer Informationsveranstaltung im Kirchgemeindehaus Friesenberg vor.
Die Route verläuft über die Paul-Clairmont-Strasse, den Döltschiweg, die Talwiesen- und die Birmensdorferstrasse sowie die Binzallee, die Halden- und die Eichstrasse.
Velofahrende sollen künftig auch hier sicher und bequem unterwegs sein, erklärten die beiden Stadträtinnen. Schon bei der Präsentation der Route machte Thomas Jesel vom städtischen Tiefbauamt deutlich, dass die bauliche Ausgestaltung der Binzallee noch offen ist. «Die Binzallee ist ein Knackpunkt, denn dort führt die Velovorzugsroute über einen Fussweg», erklärte Jesel.

Eine solche Streckenführung wäre in Zürich bislang einmalig. In der anschliessenden Fragerunde sorgte genau diese Streckenführung durch die Binzallee für besonders viel Kritik von Anwohnerinnen und Anwohnern. Bereits jetzt seien viele Velofahrende auf diesem nicht öffentlichen Weg unterwegs.
Noch mehr Veloverkehr vertrage es nicht. Zudem wurde befürchtet, dass die Sicherheit der Kinder gefährdet werde, die sich dort häufig aufhalten. Zahlreiche Anwohnende kündigten an, sich gegen die geplante Streckenführung zu wehren.
Auch der Verweis der Stadt auf eine Studie, wonach Velofahrende auf Velovorzugsrouten nicht besonders schnell unterwegs seien, vermochte die Gemüter nicht zu beruhigen.
Parkplätze verschwinden
Auch der geplante Parkplatzabbau gab zu reden. Insgesamt sollen laut Thomas Jesel 158 Parkplätze verschwinden, die meisten entlang des Döltschiwegs. Kurzes Halten für den Güterumschlag bleibe jedoch weiterhin möglich.
Eine Anwohnerin kritisierte: «Der Druck auf die Parkplätze in der Gegend ist allgemein gross.» Die Haltung der Stadt ist indes klar: Ein Anspruch auf öffentliche Parkplätze besteht nicht.
Autos seien grundsätzlich auf privatem Grund abzustellen. Einige Anwesende plädierten derweil für ein besseres Miteinander aller Verkehrsteilnehmenden. Die Stadträtinnen Brander und Rykart wollen mit dem Projekt die Verkehrssituation verbessern.
Ob dies gelingt, soll ein Monitoring nach einem beziehungsweise drei Jahren zeigen. Im Publikum wurde auch die Frage aufgeworfen, weshalb die Velovorzugsroute nicht wie ursprünglich vorgesehen entlang der SZU-Linie verlaufe.
Eine Antwort darauf blieb aus. Die Stadt verwies lediglich auf den kommunalen Richtplan, an den sie als Behörde gebunden sei. Die Velovorzugsroute Triemli – Giesshübel soll Anfang 2027 öffentlich aufgelegt und 2028 realisiert werden.
Das Projekt umfasst jedoch nicht nur die neue Veloverbindung: Am Döltschiweg und an der Eichstrasse sollen die Trottoirs verbreitert werden. Am Döltschiweg sind zudem erhöhte Fussgängerstreifen sowie bei der Einmündung Wasserschöpfi eine Trottoirüberfahrt vorgesehen.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst im «Tagblatt Zürich» erschienen.








