«Zurich Blue» soll Gehirnstrukturen sichtbar machen
Ein neuer Nanofarbstoff namens «Zurich Blue» soll die medizinische Bildgebung verbessern. Das Material leuchtet unter speziellem Licht besonders hell und könnte künftig helfen, einzelne Immunzellen in Gewebe zu verfolgen.

Entwickelt hat es ein Forschungsteam um die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa und die ETH Zürich, wie die Empa am Donnerstag mitteilte.
«Zurich Blue» basiert auf Ägyptisch Blau, einem kupferhaltigen Pigment, das bereits vor mehr als 4500 Jahren für Wandmalereien, Keramik und Statuen verwendet wurde. Neben seiner sichtbaren blauen Farbe besitzt es eine besondere Eigenschaft: Unter Nahinfrarotlicht fluoresziert es und gibt Licht ab, das spezielle Kameras erfassen können.
Der Materialforscher Robert Nissler entwickelte daraus ein Nanomaterial, das sich für hochaufgelöste medizinische Bilder eignen soll. Dafür musste er das historische Material so verarbeiten, dass es seine Leuchtkraft behält. Mithilfe der sogenannten Flammensynthese entstehen zunächst Metalloxid-Nanopartikel, die anschliessend durch Laserbestrahlung zu zweidimensionalen Nanoschichten aufgebaut werden.
Erste Laborexperimente mit dem neuen Material seien vielversprechend, teilte die Empa mit.
«Zurich Blue» könnte es beispielsweise ermöglichen, einzelne Immunzellen in Echtzeit durch Gewebe zu verfolgen, nachdem diese den Farbstoff aufgenommen haben. Darüber hinaus wollen die Forschenden untersuchen, ob sich therapeutische Wirkstoffe an das Nanomaterial koppeln lassen. Damit könnten Diagnostik und Behandlung künftig kombiniert werden.
Bis zur klinischen Anwendung sind weitere Entwicklungsschritte nötig.






