Zwei Männer sollen 88 LKW-Fuhren gefälschtes Waschmittel verkauft haben. Sie hätten wissen müssen, dass die Produkte nicht echt sind, so die Anklageschrift.
Ottos
Zwei Männer sollen der Otto's AG tonnenweise gefälschten Waschmittel verkauft haben. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Mitt-Dreissiger müssen sich wegen gefälschten Waschmittels vor Gericht verantworten.
  • Sie sollen Ware im Wert von 3,6 Millionen Franken an die Otto's AG verkauft haben.
  • Die Eltern von einem der Täter sollen das Geld gewaschen haben.

Für 3,6 Millionen Franken haben zwei Männer Waschmittel an die Otto's AG verkauft: Da es sich dabei um gefälschte Markenware gehandelt haben soll, stehen sie am Mittwoch vor dem Bezirksgericht Zürich.

Die 36 und 37 Jahre alten Männer aus dem Raum Zürich haben gemäss Anklageschrift gewusst oder zumindest ernsthaft damit rechnen müssen, dass es sich um nachgemachte Produkte handelte. Sie hätten die in Ungarn bezogene Ware trotz dieses Wissens verkauft, um «bedeutend höhere Margen erzielen» zu können.

Von September 2013 bis Mai 2016 lieferten die beiden Schweizer über ihre diversen Handelsfirmen insgesamt 88 LKW-Fuhren mit «Ariel»-Waschgel und «Persil»-Waschpulver an die Otto's AG.

Henkel
Waschmittel Persil vom Konsumgüterkonzern Henkel. - Keystone

Die rechtmässigen Markeninhaber, die Konzerne Procter & Gamble sowie Henkel, «hatten überhaupt nichts mit dieser Produktion zu tun», heisst es in der Anklageschrift. Es seien in Ungarn und Tschechien hergestellte Waschmittel in täuschend echt nachgemachte Flaschen und Verpackungen abgefüllt worden.

Die Staatsanwaltschaft beantragt eine Verurteilung wegen Betrugs. Für den 36-Jährigen, der stets die Führungsrolle inne gehabt haben soll, beantragt sie eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren, wovon zwei bedingt ausgesetzt bleiben sollen. Für den 37-Jährigen, der in die Handelsgeschäfte involviert gewesen sein soll, beantragt sie eine bedingte Strafe von zwei Jahren.

Eltern sollen Geld gewaschen haben

Vor dem Bezirksgericht müssen sich am Mittwoch auch die Eltern des 36-Jährigen verantworten. Wegen Geldwäscherei drohen ihnen je eine bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 50 Franken.

Sie sollen gewusst haben, dass ihr Sohn und dessen Geschäftspartner zehn Ein-Kilogramm-Goldbarren - im Gesamtwert von rund 440'000 Franken- in ihrer Wohnung versteckt hatten.

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