Das Zürcher Obergericht hat Brian («Carlos») zu einer Haftstrafe von 6 Jahren und vier Monaten verurteilt.
Fall «Carlos» Psychiater
Gerichtsskizze vom Fall Brian alias «Carlos». - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Brian («Carlos») wurde heute Mittwoch zu einer Haftstrafe von über 6 Jahren verurteilt.
  • Das Urteil gründet auf einem Angriff auf einen Mithäftling und Gefängnismitarbeiter.

Das Zürcher Obergericht hat Brian («Carlos») am Mittwoch zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 4 Monaten verurteilt. Der 25-Jährige war angeklagt, weil er im Gefängnis Mithäftlinge und Mitarbeiter angegriffen und teilweise verletzt hatte. Die Anklageschrift listet 29 einzelne Vorfälle auf.

Keine Verwahrung für Brian

Das Obergericht änderte damit das Urteil der Vorinstanz, des Bezirksgerichtes Dielsdorf. Dieses hatte für Brian eine «kleine Verwahrung» angeordnet, also eine Therapie hinter Gittern. Nun bleibt es bei einer Freiheitsstrafe.

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Brian alias «Carlos» sorgte schweizweit für Aufsehen. - SRF

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Sowohl Staatsanwalt als auch Brian selber können es noch ans Bundesgericht weiterziehen. Brian hatte argumentiert, dass er von den Gefängnisangestellten immer wieder provoziert und auch rassistisch beleidigt worden sei.

Seine Anwälte betonten, dass die Haftbedingungen Folter seien. Man könne Brian nicht vorwerfen, dass er sich dagegen zur Wehr setze.

Wut gibt ihm Kraft

Brian ist für seine regelmässigen Ausraster bekannt. Erst kürzlich erklärte er in einem SRF-Interview, weshalb er seine Einzelhaft-Zelle zerstört hatte: «Was mir Kraft gibt, ist Wut, ist Aggression. (...) Wenn ihr wollt, dass ich verliere, dann müsst ihr mich umbringen.»

Dort drin bekomme er Aggressionen, so der Häftling. Irgendwo müsse die Wut raus. «Ich schlafe jede Nacht nur drei, vier Stunden. Ich bin immer gereizt.»

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